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Externes Crowdsourcing: der Kunde als Mitentwickler im neuen Marketing

OrganigrammNicht alle intelligenten Leute arbeiten bereits bei Ihnen. Da wäre es doch gut, ein paar helle Köpfe ausfindig zu machen, die Ihnen beim Innovieren helfen, ohne dass sie gleich auf die Gehaltsliste müssen.

Die Kunden sind die besten Experten! Bei ihnen schlummert das bislang am wenigsten genutzte Kreativpotenzial. Von progressiven Unternehmen werden Konsumenten schon längst in alle Stufen des Wertschöpfungsprozesses aktiv involviert.

Nur ein Marketing-Gag?

Für manche ist das Kundeninvolvieren nur ein Marketing-Gag. Und für manche ist der Kunde immer noch Knecht. Doch Andere haben bereits erkannt, dass sie durch Kundenintegration tatsächlich besser werden.

Die Flopraten sinken. Und größere Erfolge stellen sich ein. Kundentreue wird quasi einprogrammiert. Und Gesprächsstoff entsteht so ganz wie von selbst. Kunden lieben und loben Produkte umso mehr, je intensiver sie beim Entwicklungsprozess mitreden dürfen.

Marktforscher kennen diesen Effekt längst: Wenn man Menschen zeigt, dass man sich für ihre Meinung interessiert, verändert sich deren Haltung zum Unternehmen positiv.

Alle Bereiche im Unternehmen kommen infrage

Das externe Crowdsourcing, also das Nutzen der „Weisheit der Kunden“, muss alle Bereiche im Unternehmen durchdringen. Und dies ist in zahlreichen Varianten möglich: Umfragen, Abstimmungen und Ratings, Prognose-Börsen, Diskussionsforen und Feedback-Systeme, Ideen-Camps und Innovationsworkshops, Kundenbeiräte, Community-Plattformen und User-Groups.

Aber kommt sich der Kunde bei all dem nicht ausgenutzt vor? Nein, wie es scheint, ist das nicht der Fall. Menschen lassen sich gerne für’s Helfen gewinnen. So wünschen sich 87 Prozent der deutschen Konsumenten, dass Marken sie stärker einbinden. Dies hat 2013 die Markenstudie brandshare der PR-Firma Edelman herausgefunden. Es macht eben viel mehr Spaß, selbst mitzuspielen, als immer nur anderen zuzuschauen.

Zum Beispiel haben bei einer Co-Creation-Aktion auf der Facebook-Seite von Joey’s Pizza die User über 8.500 Rezepte mithilfe eines Konfigurators kreiert. Acht Fan-Pizzen schafften es in die Produktion. Hierfür erhielten die Schöpfer eine Prämie von 5 Cent pro verkaufter Pizza. Dabei verdiente die Gewinnerin Anja 2.777 Euro.

Crowdsourcing ist sogar was für die NASA

Auf seine Weise kann jedes Unternehmen Ansatzpunkte finden, um die Menschen mitentscheiden zu lassen, wohin es sich in Zukunft bewegt. Und dieser neue Weg macht vor niemandem halt. So hat die NASA, die US-Weltraumagentur, die ganze Welt aufgerufen, ihr zu helfen.

Sie will Vergleiche darüber anstellen, wie sich die Körper der Menschen verändern, je nachdem, ob sie auf der Erde und im Weltraum leben. Hierzu hat sie Astronauten-Zwillinge ausgewählt, die eineiigen Brüder Scott und Mark Kelly. Der eine soll 365 Tage in der Schwerelosigkeit der Raumstation ISS verbringen, der andere bleibt auf der Erde.

Beide sollen zeitgleich identische psychologische Prüfungen und physische Ausdauertests absolvieren. Was sich dabei so alles experimentell vergleichen lässt, dazu gibt es eine ungeheure Vielfalt an Möglichkeiten. So bat die NASA in einem Aufruf die Öffentlichkeit, hierzu Ideen und Testvorschläge einzureichen.

Eigene Innovationsplattformen bauen

Natürlich kann man sich auch seine eigene Innovationsplattform bauen. Zu den Vorreitern zählt MyStarbucksIdea.com. „Du weißt besser als irgendjemand sonst, wie Starbucks für dich sein soll. Also, erzähl uns davon. Was ist deine Starbucks-Idee? Revolutionär oder einfach, wir möchten sie hören.“

Mit diesen Worten lädt der Kaffeespezialitäten-Anbieter seine Fans ein. Über 150.000 Ideen wurden bislang eingereicht. Zum Beispiel hatte kein Mensch bei Starbucks daran gedacht, Sojamilch ins Programm aufzunehmen, bis die Kunden entsprechende Vorschläge machten. Einer der Fans hat vorgeschlagen, die Eiswürfel aus Kaffee herzustellen, damit der Eiskaffee nicht so verwässert.

Und die ganze Welt hilft mit

Nicht nur bei kleinen Eiswürfel-Fragen, sondern auch bei großen Goldgruben-Themen kann Crowdsourcing eine Hilfe sein. Rob McEwen, ein kanadischer Investor von Goldminen hatte ein Problem, berichtet Tristan Horx von der TEDGlobal Konferenz 2012 in Edinburgh.

„Seine Geologen konnten in seiner neuen Goldmine kein Gold finden. Er ahnte, dass er eine völlig neue Herangehensweise brauchte. Also veröffentlichte er alle bisher gesammelten geologischen Daten im Internet und setzte einen üppigen Finderlohn aus.

Hunderte von Menschen aus allen möglichen Berufen und Fachrichtungen machten sich auf die Suche. Computergrafiker bauten die Mine als dreidimensionales Objekt nach, durch das man virtuell navigieren konnte, und in Kombination mit dem Fachwissen der Geologen war es dieses Modell, das den Durchbruch brachte.“

Wenn man solche Crowdsourcing-Aktivitäten startet, damit Kunden Ideen für neue oder bessere Produkte einbringen, kann natürlich auch jeder Konkurrent die öffentlichen Vorschläge einsehen. „Er sieht aber nicht, wie das Unternehmen die Informationen be- und auswertet, welche Auswahlprozesse es entworfen hat, um die Vorschläge zu verarbeiten, und welche Ideen später realisiert werden“, erläutert Heike Simmet, BWL-Professorin an der Hochschule Bremerhaven in einem Interview.

Weitere Beispiele und Möglichkeiten

Übrigens finden Sie hier ein kostenloses E-Book zum Thema Crowdsourcing und Co-Creation.

Und wenn es bei Ihnen mal gar nicht weitergeht, dann stellen Sie Ihre brennenden Fragen doch einfach der ganzen Welt! Open Innovation nennt man das dann. Auf Websites wie brainr.de, atizo.com, neurovation.net oder brainfloor.com kann man zum öffentlichen Brainstorming einladen.

Auf der internationalen Großplattform InnoCentive stehen aktuell über 300.000 registrierte Ideengeber aus knapp 200 Ländern für kreative Hilfe bereit. Wer sie nutzt, versorgt sich mit der kollektiven Intelligenz quirliger Querdenker von überall her.

Mein Fazit: Niemand kann sich nun noch länger in den Expertenturm zurückziehen und verzaubert von seinem Genius vor sich hin basteln. Denn die wertvollsten Ideen entstehen nicht im behüteten Drinnen, sondern an den Rändern einer Organisation und im wilden Draußen.

http://blog.anneschueller.de/externes-crowdsourcing-der-kunde-als-mitentwickler-im-neuen-marketing/

Die 7 unternehmerischen Schlüsselaufgaben für morgen – Aufgabe 7, Teil 2: Kundennähe in der Chefetage

Hörbuch-Edition 'Touchpoints- auf Tuchfühlung mit den Kunden von heute'

Hörbuch-Edition ‘Touchpoints’ (8 CDs) von Bestseller-Autorin Anne M. Schüller


Von Kunden können alle Manager im Unternehmen eine Menge lernen. Doch vom Schreibtisch aus fällt das sehr schwer. Tauchen Sie also ein ins Konsumentengetümmel, entfliehen Sie dem internen Abschirmprogramm, den Limos mit getönten Scheiben, dem Ghetto der Senator-Lounge.

Betreiben Sie Feldforschung am eigenen Leib. Ein Kunde, der Ihnen mal so richtig die Meinung sagt, kann mehr bewirken als jedes Repräsentativ-Ergebnis aus der Sterilität eines Marktforschungslabors. Repräsentativität ist sowieso Blödsinn, weil man nur nichtssagende Durchschnittswerte erhält.

Konzentrieren wir uns lieber auf die Ausreißer. Gerade von denen erfährt man die nützlichsten Dinge: was absolut klasse läuft und wo es lichterloh brennt. So können gerade „schwierige“ Kunden als Leistungstreiber nach innen dienen. Denn da, wo die größten Kundenprobleme sind, schlummert die höchste Rendite.

Berührungsängste mit Kunden?

Woher rühren bloß die Berührungsängste, die viele Manager haben, wenn es um fundierte Gespräche mit Kunden geht? Ich kenne Führungskräfte, die heilfroh sind, seit ihrer Beförderung „endlich den täglichen Kleinkrieg mit diesen Nullcheckern los zu sein.“ Sie betrachten es als Rückschritt in ihrer Karriere, wieder mit Kunden konfrontiert zu werden!

Ein Großteil der Personaler war noch nie mit Kunden in Kontakt. Ich kenne aber auch die, die Verkäufer zu Kunden begleiten, um live zu erleben, welche Bewerberanforderungen notwendig sind.

Ich kenne Marketingleiter, die eher an gekünstelten Zielgruppendefinitionen basteln, als den Leuten mal aufs Maul zu schauen. Sie begleiten ihre Agentur lieber zum Werbedreh in die Karibik statt sich mal hinter eine Supermarkt-Theke zu stellen.

Und ich kenne Vertriebsleiter, die man eigentlich nur als Verwalter bezeichnen kann. Sie haben zu keiner Zeit selbst verkauft. Um ihre Call Center machen sie einen weiten Bogen, aus lauter Angst, mal ans Telefon gerufen zu werden. Und dann wiederum gibt es die, die täglich im Kundenservice vorbeischauen und selbst Gespräche führen. So kann man den Mitarbeitern ein kundenorientiertes Vorbild sein.

Spielen Sie doch mal Undercover-Boss

Top-Managern fehlt es im Alltag fast immer an offenem und ehrlichem Feedback. Da wüsste ich was: Spielen Sie doch mal Undercover-Boss. So erhalten Sie die Chance, die eigene Firma live zu erleben, ohne ständig hofiert zu werden.

„Ich wollte wissen, an welchen Stellen sich Prozesse und Arbeitsbedingungen optimieren lassen, um Mitarbeitern das Leben leichter und dem Gast das Leben angenehmer zu machen. Und das war tatsächlich möglich, weil beim Dreh alles echt ist, und nichts inszeniert wird“, erzählt mir Marcus Smola, Geschäftsführer der Best Western Hotels, der das Experiment vor laufenden Fernsehkameras wagte.

Selbst wenn eine solche Aktion äußerste Umsicht erfordert, weil sie bei falschem Umgang damit auch nach hinten los gehen kann: Unternehmer müssen am eigenen Leib in Erfahrung bringen, was die Kunden wirklich wollen, um in Rekordgeschwindigkeit auf Marktveränderungen reagieren zu können. „Go and see for yourself!“ nennen die Amerikaner diesen Kurs.

Wie die Mitarbeiter einen Undercover-Boss erleben

Doch wie erleben die Mitarbeiter einen solchen Undercover Boss, wenn die Sache am Ende aufgedeckt wird? Dazu gab es im Personalmarketing Blog ein Interview mit Jan Zilske, Regionalvertriebsleiter beim Tiefkühl-Heimservice Eismann, das ich hier gekürzt wiedergebe:

„Was war Ihr erster Gedanke, als Sie erfahren haben, dass „Rico Meissner“ in Wirklichkeit ihr Chef Mika Ramm ist?“

„In dem Moment, als ich den Zusammenhang realisiert habe, sind mir wahnsinnig viele Dinge durch den Kopf gegangen. Man fängt dann unweigerlich damit an, die gesamte Szenerie noch einmal durchzuspielen.“

„Kam Ihnen nie der Gedanke, dass es sich um Ihren Chef handeln könnte?“

„Man ist als Laie vor einer Fernsehkamera so stark auf seine eigene Person konzentriert, dass überhaupt keine Zeit für solche Zweifel bleibt.“

„Hatten Sie, nachdem die Undercover-Aktion aufgedeckt wurde, nicht das Gefühl, kontrolliert worden zu sein?“

„Absolut nicht. Wenn man den ganzen Tag von einer Fernsehkamera begleitet wird, sollte einem klar sein, dass diese Bilder später jeder sehen wird.“

Seine TV-Erfahrungen konnte Jan Zilske später übrigens in einen Workshop einbringen, in dem neue Inhalte für das Eismann-Firmenfernsehen erarbeitet wurden.

http://blog.anneschueller.de/die-7-unternehmerischen-schluesselaufgaben-fuer-morgen-aufgabe-7-teil-2-kundennaehe-in-der-chefetage/

Die #IchBinEinTouchpoint Story der Woche: heute von Kim Hahnel

TP-Story-KimHahnelTouchpoint Manager Kim Hahnel hat mir aus Bremerhaven folgende kleine Touchpoint-Story geschickt:

In der Tat lädt das Statement “Ich bin ein Touchpoint” quasi zum Gespräch ein. Einige Male schon hat es Menschen, die sonst eher mehr oder minder gestresst über den Flur hetzten, zum kurz Innehalten oder Verweilen eingeladen.

Über die Frage “Und was hat das zu bedeuten?” bin ich meistens in ein kurzes Gespräch gekommen. Eine Kollegin hat den Begriff Touchpoint wortwörtlich genommen und mich spontan in den Arm genommen.

Sie mögen das auch mal versuchen? Hier lässt sich der Touchpoint-Button kostenlos herunterladen.

http://blog.anneschueller.de/die-ichbineintouchpoint-story-der-woche-von-kim-hahnel-aus-bremerhaven/

Die 7 unternehmerischen Schlüsselaufgaben für morgen – Aufgabe 7, Teil 1: den Kundenfokus forcieren

Touchpoints - Auf Tuchfühlung mit den Kunden von heute„Mich interessiert nicht die Bohne, ob der Brief bei Ihnen von ein oder zwei Personen unterschrieben werden muss. Mich ärgert, dass das Ganze mal wieder mehr als eine Woche gedauert hat. Andere schaffen das in zwei Tagen.“

Solche Beispiele, die von hilflosem Ärger zeugen, gibt es tagtäglich. Folgt man den Episoden, die Tom König in seinen Spiegel-Online-Kolumnen so trefflich beschreibt, ist dies hier ein vergleichsweise harmloser Fall.

Eingezwängt in ein Vorschriftenkorsett dürfen engagierte Mitarbeiter die Probleme ihrer Kunden nicht mal dann lösen, wenn sie es wollten. Das Web ist voll von solchen Episoden, und das schon seit Jahren. Wieso schauen denn die Manager da nicht endlich mal hin?

Blind und taub für die Belange der Kunden

Blind und taub für die Belange der Kunden glauben die Oberen doch tatsächlich, schon ganz schön weit zu sein. Dabei liegen Selbstbild und Fremdbild bisweilen so weit auseinander wie die Licht- und die Schattenseite des Mondes.

So meinen einer Studie von Bain & Company zufolge 80 Prozent aller Unternehmen, ein herausragendes Kundenerlebnis zu bieten, aber nur 8 Prozent ihrer Kunden stimmen dem zu.

“Steht bei euch der Kunde denn wirklich an erster Stelle“, frage ich gern. Da nicken alle fleißig und brav. Wiewohl schon ein kleiner Schnelldurchlauf zeigt: Die Realität sieht völlig anders aus.

Bei Vertriebspräsentationen, da geht das eine halbe Stunde lang so: Wir sind… Wir haben… Wir können… Wir wollen… Wir bieten… ! Mit anderen Worten: Ich erzähle jetzt erst mal, wie toll wir sind. Auf der allerletzten Seite dann endlich: der Logofriedhof mit den bestehenden Kundenbeziehungen. Aha, der Kunde kommt zum Schluss.

Die öffentlichen Bereiche produzierender Unternehmen? Ein reines Egoprogramm: Maschinenteile, Miniaturen von Fertigungsanlagen, Luftbildaufnahmen, Gründerporträts, Urkunden und Pokale. Ganz groß an der Wand: eine Weltkarte voller Fähnchen, Symbole für ein territoriales Eroberungsprogramm. Von Kunden keine Spur.

Der erste Navigationspunkt auf vielen Websites heißt: „Wir über uns.“ Hört euch an, was wir zu sagen haben, ist die Botschaft, und dann lasst uns in Ruh. Eine Kontaktmöglichkeit zu finden ist oft wie das Suchen von Eiern zu Ostern. Viele Firmen wollen offensichtlich gar nicht mit Kunden reden. Das kostet nämlich Geld!!

Customer first! Der Kunde gehört an die erste Stelle

„Ein zukunftsfähiges Unternehmen richtet sein Augenmerk und seine Energie statt nach innen, also auf Pläne, Politik, Verhandlung und interne Leistungsdemonstration, verstärkt nach außen – auf Markt, Wettbewerb und Kunden, sagt der Managementberater Niels Pfläging, der dafür den Begriff Beta-Organisation nutzt.

Tja, die knappste Ressource eines Unternehmens ist nicht das Kapital, sondern es sind die Führungskräfte, die kundenfokussiert denken und handeln. Denn erst, wenn das passiert, werden die Mitarbeitenden das Gleiche tun. Customer first! So sollte also der Schlachtruf lauten. Der Kunde gehört an die erste Stelle.

Theoretisch kein Thema. Und praktisch? Da muss zunächst der Kunde an die erste Stelle im Leitbild rücken. „Wir wollen die Nummer eins für unsere Kunden sein“, heißt es etwa beim Servicebund, einem Einkaufsverbund für Lebensmittelgroßhändler. Die allermeisten Unternehmen hingegen haben ein selbstzentriertes Leitbild. Oft kommen die Kunden darin nicht einmal vor.

Im Tagesgeschäft bräuchten die Chefs vor allem öfter mal Kundenkontakt. Doch schon allein dies kann eine riesige Hürde sein, wie der kommende Blogbeitrag zeigt.

http://blog.anneschueller.de/die-7-unternehmerischen-schluesselaufgaben-fuer-morgen-aufgabe-7-teil-1-den-kundenfokus-forcieren/

Gratulation: 13 Touchpoint Manager haben ihre Ausbildung zum zertifizierten Touchpoint Manager abgeschlossen

TouchpointManagerDie Telekom hat einen, die Schweizer Bundesbahn hat einen und der Software-Anbieter DoubleSlash auch: Die Rede ist vom Touchpoint Manager. Auf dem Foto sehen Sie die 13 nächsten, gerade haben sie die Ausbildung abgeschlossen.

Um die riskante Silodenke zu überwinden, die in den meisten Unternehmen immer noch ausgeprägt ist, wie eine aktuelle Untersuchung ergab, ist der Touchpoint Manager die geradezu ideale Besetzung.

Ein Touchpoint Manager: Heilmittel gegen die Silodenke, die in vielen Unternehmen grassiert

Ein Touchpoint Manager kümmert sich um die Touchpoints entlang der Customer Journey – und um deren Synchronisierung in unserer offline-online-mobile-gemixten Realität. Denn nicht der hypothetische Businessplan, sondern das, was in den „Momenten der Wahrheit“ während der immer zahlreicheren Interaktionen mit Kunden tatsächlich passiert, entscheidet über Top oder Flop.

Natürlich müssten sich alle Unternehmensbereiche auf das Kundenwohl fokussieren. Doch längst spüren die Anbieter schmerzlich, dass sie mit ihren festgefahrenen Prozessen, mit Insellösungen, Ressortegoismen und schwerfälligen Entscheidungswegen in unserer zunehmend rasanten, komplexen Businesswelt keine Chance mehr haben. Die Unternehmen sind in ihren eigenen Systemen gefangen. Und sie werden nicht am Markt, sondern an ihren Strukturen scheitern.

Nach innovativen Ansätzen wird also händeringend gesucht. Manche versuchen mit Ausgründungen oder dem Zukauf von Startups frisches Denken und Handeln in ihre Organisation zu bringen. Andere bauen Coworking-Konzepte nach, um den blockierenden Hierarchiemodus zu meiden und die Schlagzahl zu steigern. Wenn es allerdings um den Kunden geht, sind integrative und nicht autonome Konzepte gefragt. Ein Touchpoint Manager ist die passende Lösung dafür.

Die Kernaufgaben eines Touchpoint Managers

Kernaufgabe des Touchpoint Managers ist es, an den externen Touchpoints des Unternehmens, also den Berührungspunkten zwischen Produkten, Services, Mitarbeitern und Kunden, eine hundertprozentige Kundenorientierung zu ermöglichen, ohne die Prozesseffizienz aus den Augen zu verlieren. Diese Funktion ist abteilungsübergreifend und hat sowohl strategische als auch operative Komponenten. Dabei kann das Touchpoint Management zum maßgeblichen Treiber eines unternehmensweiten Kulturwandels werden.

Insgesamt geht es um eine Transformation des gesamten Unternehmens hin zu einer vernetzen, kundenfokussierten Organisation. Hierfür muss der meist unkoordinierte kundenbezogene Wildwuchs, der sich in den einzelnen Abteilungen breitgemacht hat, zunächst gesichtet und dann zügig beseitigt werden. Denn wo Unkraut ist, können keine schönen Pflanzen wachsen. Danach geht es um das Entwickeln und Umsetzen synchronisierter, dauerhaft kundenzentrierter, verlässlicher und rentierlicher Wertschöpfungsaktivitäten.

Advokat der Kunden im eigenen Haus

Ein Touchpoint Manager soll in Sachen Kunde der erste und oberste Anlaufpunkt sein. Er ist mit den kundenrelevanten Entwicklungen draußen und drinnen im Unternehmen bestens vertraut. Er ist der, der intern als Advokat der Kunden agiert. Er nimmt immer deren Perspektive ein, und das wird so akzeptiert, auch wenn es schon mal unbequem ist. Und er weiß: Wer lange Strecken laufen will, braucht geduldiges Geld.

Geht es um kundenbezogene Entscheidungen, hat er das erste und das letzte Wort. Und er hat ein Vetorecht. Mit Leidenschaft setzt er sich für die Interessen der Kunden ein und koordiniert deren Belange. So stellt er auch sicher, dass das unproduktive, selbstzentrierte Silodenken zwischen den Abteilungen – zumindest soweit es die Kundenperspektive betrifft – endlich ein Ende hat.

Crossfunktionales Agieren braucht Rückendeckung

Organisatorisch gesehen ist ein Touchpoint Manager Knotenpunkt und Drehkreuz für alle Touchpoints, die er vertritt. Er ist also keine Randfigur, sondern steht mitten im Unternehmen. Da jede Abteilung, unabhängig von ihrer Kernaufgabe, auch in Kundenthemen involviert ist, arbeitet der Touchpoint Manager crossfunktional mit allen eng und gleichberechtigt zusammen.

Er benötigt die absolute Rückendeckung von oberster Stelle, da sein Weg holprig ist und er sich nicht immer nur Freunde macht. Denn wer als Interessenvertreter der Kunden agiert, deckt zwangsläufig Missstände auf. Seine Botschafter sitzen im mittleren Management. Dieses muss er für das Bewältigen seiner Aufgabe gewinnen. Mit deren Hilfe und durch ein fortwährendes Einbeziehen aller Mitarbeiter kann er dann das notwendige Re-Design eines zukunftsfähigen Touchpoint-Mixes in Angriff nehmen.

Die nächste Ausbildung zum zertifizierten Touchpoint Manager

Sie benötigen dringend einen Customer Touchpoint Manager in Ihrem Unternehmen oder möchten selbst einer werden: Die nächste Ausbildung zum zertifizierten Customer Touchpoint Manager findet vom 12. bis 14. Dezember 2014 in München statt.

http://blog.anneschueller.de/ichbineintouchpoint-13-touchpoint-manager-mitten-in-der-ausbildung/

Die 7 unternehmerischen Schlüsselaufgaben für morgen – Aufgabe 6, Teil 2: Sich digital transformieren - Corporate Social Software integrieren

dataGott sei Dank schenkt uns die fortschreitende Digitalisierung nicht nur Zahlensalat, sondern auch Unterstützung, wenn es um den innerbetrieblichen Wandel geht. Die entsprechenden Tools sind schon lange verfügbar, sie werden allerdings noch viel zu selten genutzt.

Sie sind Spiegelbild der öffentlich zugänglichen Social-Media-Tools und als firmeninterne soziale Netzwerke auch unter dem Begriff Social Intranet bekannt. Sie werden zur Projektkoordination, zum Wissensmanagement und zur interaktiven Kommunikation eingesetzt.

Sie ermöglichen das Hinwenden zu einer freien, offenen, kollaborativen Unternehmenskultur. So können alle Mitarbeitenden an einem kontinuierlichen Ideensammeln, Bereichern und Bewerten teilhaben und auf breiter Basis mitentscheiden, wo es in Zukunft langgeht.

Wie Corporate Social Software funktioniert

Digital Natives sind von Haus aus mit dem Gebrauch kollaborativer Software vertraut. Und die übrige Belegschaft wird sie schnell lieben lernen, weil alles spielerisch einfach ist. Organisiertes Wissen wird so für jedermann verfügbar gemacht. Und das zeitfressende Mailen kann eingedämmt werden.

Allein das Erstellen einer Meeting-Agenda wird, wie Dirk Hellmuth von Beyond Email berichtet, von durchschnittlich 83 Minuten auf 26 Minuten reduziert. Langweilige (Verbesserungsvorschlags-)Formulare braucht es nicht mehr. Gremien, die alles koordinieren und überwachen, sind auch obsolet.

Die Produktivität seiner Mitarbeiter habe sich seit der Einführung von Corporate Social Software um das Vierfache erhöht, wird Frank Roebers, Vorstand des IT-Händlers Synaxon, im Harvard Business Manager zitiert.

Die Tools aus der Palette der kollaborativen Software

Die gängigsten Tools aus der Palette der kollaborativen Software sind die:

Unternehmenswikis: Wikis sind, so ähnlich wie die Wikipedia, ideale Portale, um das gesamte Wissen eines Unternehmens zentral zu sammeln und wie ein Schlagwortverzeichnis zur Verfügung zu stellen. Jeder mit Autorenberechtigung kann aktiv daran mitarbeiten, neues Material einstellen sowie Bestehendes ergänzen und aktualisieren. Die zunehmende Wissenskomplexität wird strukturiert und konserviert. Die Gesamteffizienz steigt, weil Doppelarbeit vermieden wird. Und der Wissensschatz ausscheidender Mitarbeiter bleibt dem Unternehmen endlich erhalten. Ist alles Organisatorische erledigt, der Start geglückt und das System ausreichend befüllt, dann sollte „Schau ins Wiki!“ zu einem geflügelten Wort in der Firma werden.

Internes Microblogging: Dienste wie Yammer oder Communote funktionieren nach dem Twitter-Prinzip und kanalisieren den unternehmensinternen Nachrichtenfluss in einem Kurzformat. Sie sind so etwas wie eine Mischung aus Schwarzem Brett und Flurfunk, wobei jeder, der dort ein Konto eröffnet und Zugang hat, selber posten, mithören, weiterleiten und kommentieren kann. Ein weiterer Vorteil: Weil alles intern öffentlich ist, wirkt dies auch einer unguten Gerüchteküche entgegen.

Kollaborationsblogs: Für die Zusammenarbeit von internen und externen Mitarbeitern im Rahmen eines Projekts sind Kollaborationsblogs geradezu ideal. Sie dienen zum Erfahrungsaustausch, zur Ablage von Dateien, zur Dokumentation von Arbeitsverläufen, zur Erfassung des Status quo sowie zur Kommentierung all dessen. So kann zum Beispiel in einem internen Vertriebsblog das komplette verkäuferische Wissen gesammelt und kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Digitale Ideenbanken: Sie ersetzen das verstaubte betriebliche Vorschlagswesen und sind idealerweise eine Mischung aus Wiki, Blog und Bewertungsportal. Die einzelnen Ideen werden beschrieben, verschlagwortet und mit Dokumenten, Fotos, Audios und Videos angereichert. Unter jede Idee kommt ein Kommentarfeld, in dem die Verwender ihre Meinung zu und/oder ihre Erfahrungen mit der Idee einstellen können. Außerdem gibt es eine Fünf-Sterne-Bewertungsfunktion sowie die Ja/Nein-Frage, ob die Idee hilfreich war. Ferner wird einen Zähler installiert, der anzeigt, wie oft diese Idee angeklickt wurde. Schließlich braucht es originelle Anreizsysteme, um die effizientesten und am besten gevoteten Ideen wie auch die kreativen Köpfe dahinter zu feiern.

Mitarbeiterentwicklungsportale: Sie enthalten Bildungsangebote in kleinen, leicht verdaulichen Paketen (Microlearning, Learning Nuggets), Weiterbildungsvideos, interaktive Themenforen sowie sich ständig aktualisierende Handbücher für die Einarbeitung und Fortbildung. Wichtig auch hier, sich von dem überholten „Alles-wird-Topdown-vorgegeben“-Prinzip zu lösen. Vielmehr geht es um eine Social-Learning-Plattform, auf der man ganz im Sinne des Gamification-Prinzips spielerisch miteinander und voneinander lernt. Und natürlich ist diese mit internen Blogs, dem Wiki usw. vernetzt.

Interne Unternehmensblogs: In interne Blogs kann jeder mit Zugangsberechtigung, egal ob Unternehmensleitung, Führungskraft, Mitarbeiter oder Azubi, all das einstellen, was ihn bewegt. Die Kommentarfunktion ermöglicht lebendige Diskussionen. Ein Administrator sorgt dafür, dass hierbei nichts ausufert. Damit so ein Blog auch lebt, sollte sich das Management regelmäßig mit Beiträgen beteiligen, offen und ehrlich agieren und ungeschminkt Rede und Antwort stehen.

Mobile Apps: Bei zunehmender Fernanwesenheit eines größeren Teils der Belegschaft wird den Social Software Apps, die sich von mobilen Geräten aus nutzen lassen, wohl die Zukunft gehören. Mobiles Lernen, Kollaboration und Interaktion sind so von (fast) jedem Punkt der Welt und zu jeder Zeit möglich. Über Augmented-Reality-Technologien werden virtuelle Informationen in die per Kamera auf dem Handy-Display (oder Google Glass) gezeigte Wirklichkeit eingeblendet.

Schon dieser kleine Überblick zeigt: Die Auswahl ist groß. Wählen Sie also weise.

Die Vorteile interner kollaborativer Software

Egal, für welche Form Sie sich dann entscheiden: Das Miteinander im gesamten Unternehmen wird eine neue Qualität erreichen. Die Effizienz wird erhöht, das Wir-Gefühl wird steigen, der Zusammenhalt untereinander wird wachsen, alles Trennende wird zurückgedrängt. Das Teilen von Wissen fördert die Kreativität und hebt die gesamte Organisation auf ein erhabeneres Niveau.

Erfolge können jederzeit sichtbar gemacht und angemessen gewürdigt werden. Schließlich steigert das aktive, engagierte Mitgestalten die Mitarbeiterverbundenheit und erzeugt am Ende den ‚Mein-Baby-Effekt‘. Und sein Baby lässt man bekanntlich nicht im Stich.

Was die Führungskräfte davon haben

Der Führungscrew erschließen sich Schwachpunkte schon durch einfaches Mitlesen fast wie von selbst – auch wenn das manchmal wehtun kann. Sie erhält einen Gradmesser dafür, wie die Organisation als Ganzes drauf ist, und wo es gerade brennt.

Sie bekommt Zugang zur „Weisheit der Vielen“ und kann ihre Entscheidungen so auf eine breitere Basis stellen. Sie kann Schnellumfragen starten und Abstimmungsprozesse einleiten.

So lässt sich auch das Delta zwischen Eigenwahrnehmung und innerbetrieblicher Wirklichkeit Schritt für Schritt reduzieren. Niemand ist mehr auf Zuträger angewiesen, die Informationen gefiltert – mit welchen Absichten auch immer – nach oben reichen.
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Dies ist übrigens ein Ausschnitt aus meinem neuen Buch: Das Touchpoint Unternehmen. Nächste Woche schließen wir dann diese Serie mit Aufgabe 7 ab.

http://blog.anneschueller.de/die-7-unternehmerischen-schluesselaufgaben-fuer-morgen-aufgabe-6-teil-2-sich-digital-transformieren-corporate-social-software-integrieren/

Worum es bei der #IchBinEinTouchpoint Aktion ganz genau geht? Dazu hat mich Nicole Bußmann von der Zeitschrift ManagerSeminare interviewt

Anne M. Schüller, Initiatorin der #IchBinEinTouchpoint Aktion

Anne M. Schüller, Initiatorin der #IchBinEinTouchpoint Aktion

Mit Ihrer Aktion sollen Mitarbeiter auf ihren Wert und ihre Wirksamkeit als Arbeitskraft hinweisen. Warum haben Angestellte Ihrer Meinung nach so was nötig?

Mir geht es bei dieser Aktion vor allem um eine Humanisierung der Unternehmenskultur. In den meisten Organisationen wird ja viel zu viel Management betrieben – und zu wenig Menschenführung gelebt. Selbst ureigenste Führungsaufgaben wie Mitarbeiterjahresgespräche werden „gemanagt“, also per Checkliste nach starren Regeln geführt. Und die Mitarbeiterperformance wird über Dashboards und Cockpits gesteuert, so als ob Menschen Maschinen wären, bei denen man die Anzahl der Umdrehungen misst. Ein solch entmenschlichtes Vorgehen hat aber auf Dauer nicht nur fatale Folgen für die intrinsische Motivation und den Output an Kreativität, sondern auch Auswirkungen auf die Arbeitgeberreputation. So ergeben sich am Ende in vielerlei Hinsicht negative Auswirkungen auf das Geschäft.

Mit dem Tragen des Buttons und der Aussage: „Behandelt mich so, dass ich das Unternehmen als Botschafter bestmöglich vertreten kann“ übt ein Mitarbeiter Kritik an seiner Führungskraft bzw. seinem Unternehmen. Warum halten Sie diesen Weg der Kommunikation für angebracht?

Auch wenn man sich eine konstruktive Feedback-Kultur noch so sehr wünscht: Kaum ein Mitarbeiter wird die Traute haben, seinem Chef direkt ins Gesicht zu sagen, dass der einen schlechten Führungsstil pflegt, seine Leute verletzt oder dumme Entscheidungen trifft. Selbst dort, wo es definierte Führungs- oder Meetingregeln gibt, wird sich kaum jemand erheben und auf deren Einhaltung pochen. Weil die Beschäftigten nämlich fürchten, sich mit sowas unbeliebt zu machen oder irgendwann später die Quittung dafür zu bekommen. In all diesen Fällen kann der Button ein kleiner Botschafter sein, der Dritte mit einem Augenzwinkern an das eine oder andere erinnert. So ein Wink mit dem Zaunpfahl darf übrigens nicht nur den Oberen gelten, sondern kann auch in Richtung Kollegen gehen, wenn das nötig sein sollte.

Sind Sie wirklich überzeugt, dass Mitarbeiter ihrem Umfeld mitteilen wollen: „Ich bin ein Touchpoint“? Das klingt eher technisch als menschlich…

Das klingt technisch? Übersetzt heißt Touchpoint Berührungspunkt. Und damit ist eigentlich schon alles gesagt: Wer Menschen erreichen will, der muss sie geistig und seelisch berühren – und positive Emotionen zum Schwingen bringen. Als Führungskraft tut man sich immer leichter, wenn man zuvor seine Mitarbeiter zu „Fans“ gemacht hat, um sie danach auf eine gemeinsame Zukunft einzustimmen. Mensch vor Sache heißt das Prinzip. Jeder, den ich beobachtet habe, hat sich den Button übrigens auf der Herzseite angesteckt. Stärker kann ein emotionales Signal ja kaum sein.

Aufgrund welcher Beobachtungen haben Sie diese Wertschäftzungsaktion gestartet? Wer soll in erster Linie aufgerüttelt werden?

Servicemiseren entstehen durch Führungsmiseren, das erlebe ich bei meiner Arbeit als Speaker und Coach immer wieder. Veraltete Managementmoden und überholte Führungsstile sind die größten Bremsklötze auf dem Weg in unsere neue Businesswelt. Noch vor technologischen und produktbasierten Innovationen erscheinen mir jetzt zuallererst Innovationen drinnen in den Unternehmen dringend vonnöten. Kollaboration und Vernetzung sind die Schlüsselworte zum Ziel. Outside-in-bottom-up heißt der Weg. Das heißt: Die entscheidenden Impulse kommen heute von draußen, und sie werden über die Mitarbeiter nach „Oben“ getragen – oder eben auch nicht.

Sie sammeln Geschichten von Mitarbeitern, die Ihren Button tragen. Sind da schon welche eingegangen? Und wovon handeln diese?

Es gibt traurige und lustige Geschichten. „Das alles sagen SIE mal besser dem Chef“, höre ich oft. Einmal hat jemand 100 Buttons bestellt, und dann bei der Einsatzplanung gesehen, wie grottenschlecht die Unternehmenskultur wirklich war. Die Person hat sich gleich einen neuen Arbeitgeber gesucht und nimmt die Buttons nun mit. Am besten funktioniert die Aktion, wenn Führungskraft und Mitarbeiter den Button gemeinsam nutzen, und als Symbol für ein besseres Miteinander betrachten. Es gibt auch Leute, die ihn auf dem Weg zur Firma oder nach Hause tragen, um zwanglos mit Mitmenschen ins Gespräch zu kommen, statt immer nur demütig gebeugt vor den Handys zu hängen. Und im Handel benutzen ihn manche, um locker mit Kunden Kontakt aufzunehmen. Denn ein stereotypes „Kann ich Ihnen helfen?“ erzeugt ja heutzutage hauptsächlich Gegenwehr. Ich bin gespannt, was sich die Leute noch so alles einfallen lassen.

http://blog.anneschueller.de/worum-is-in-der-ichbineintouchpoint-aktion-ganz-genau-geht-dazu-hat-mich-nicole-bussmann-von-der-zeitschrift-managerseminare-interviewt/

Neu und vorab: Die besten Ideen für erfolgreiche Führung

GSA_FührungMitarbeiterführung steht auf dem Prüfstand – mehr als jemals zuvor. Führungskräfte sollen die richtigen Mitarbeiter finden und binden, sie sollen werteorientiert und sinnhaft führen, das Unternehmen visionär und strategisch gut aufstellen und sich bei all dem auch selber führen.

Sie sollen Vertrauen aufbauen, ihre Mitarbeiter und auch die Kunden begeistern. Und dies sind nur wenige Aufgaben von vielen. Da kommt das neue GSA-Buch gerade recht: Die besten Ideen für erfolgreiche Führung.

Mit 22 frischen Impulsen und geballter Kompetenz bietet dieser Band 5 der Top Speakers Edition einen Überblick über die aktuell wichtigsten Führungsansätze. Unter Federführung von Bestsellerautor Lothar Seiwert verraten 22 ausgewiesene und prominente Expertinnen und Experten ihre besten Tipps.

Mit Beiträgen von Sabine Asgodom, Kenneth Blanchard, Niels Brabandt, Christian Buchholz, Alexander Groth, Milon Gupta, Jutta Heller, Eberhard Jung, Karl Kaiblinger, Jörg Knoblauch, Klaus Kobjoll, Rainer Krumm, Roswitha van der Markt, Claudia Maurer/Shi Xing Mi, Beate Nimsky/Martin Nimsky, Marco Nussbaum, Harald Psaridis, Thomas Reichart, Rolf Schmiel, Stefanie Voss, Silvia Ziolkowski – und von mir zum Thema kundenorientierte Mitarbeiterführung.

Ab 1. September ist es im Handel (29,90 Euro). Sie möchten ein Exemplar mit persönlicher Widmung von mir? Gerne – solange der Vorrat reicht. Schreiben Sie mir unter: info@anneschueller.de

http://blog.anneschueller.de/neu-und-vorab-die-besten-ideen-fuer-erfolgreiche-fuehrung/

Die #IchBinEinTouchpoint Aktion der Woche: Dies ist Carsten Vogt, und das ist seine Touchpoint-Geschichte:

CarstenVogt„Als Buchhändler liebe ich Bücher – und neuerdings auch den Touchpoint-Button. Ich trage ihn beim Pendeln zur Arbeit und auch in unserer juristischen Fachbuchhandlung Schweitzer am Münchener Lenbachplatz.

Vor einigen Tagen sprach mich ein Kunde an: „Wenn ich den Button berühre, geht dann ein Licht an?“ So kamen wir ins Gespräch. Wir unterhielten uns, und er kaufte ein paar Bücher, die ich ihm empfahl. Ich gehe davon aus, dass ihm beim Lesen so manches Licht aufging. 

Seine Bemerkung brachte mich zu der Frage: Was kann ich mit dem Button noch machen? Als technischer Laie ist es mir nicht gelungen, eine Kombination aus Schalter, Batterie, Kabel und Lämpchen funktionstüchtig und ästhetisch zu basteln. Aber: Ich bastelte einen Touchpoint in Bewegung – sehen Sie den Prototyp selbst!“

Also ich finde: Ganz schön kreativ für einen juristischen Fachbuchhändler.

Worum es bei der #IchBinEinTouchpoint Aktion überhaupt geht? Mit einem kleinen Augenzwinkern soll damit die Bedeutung der Mitarbeiter aufgewertet und mehr Menschlichkeit in die Unternehmen getragen werden.

Ab sofort will ich freitags hier in meinem Blog und auf meiner Facebook-Site darüber berichten, was die Menschen beim Tragen des Buttons so alles erleben. Das kann jeder Teilnehmer per Foto oder Video und einer kleinen Geschichte erzählen.

Was man mit dem Button alles machen kann? Zum Beispiel:

• er kann während der Arbeit getragen werden, oder auf dem Weg dorthin und nach Hause
• Mitarbeiter können damit einander ihre Wertschätzung bekunden
• dem einen oder anderen Chef kann man so einen Wink mit dem Zaunpfahl geben
• als kleine Erinnerung kann er Betriebsklima und Meetingkultur verbessern helfen
• auf Events oder Messen kann er als Anknüpfungspunkt für ein lockeres Gespräch dienen
• im Handel kann man damit ganz zwanglos einen ersten Kontakt zu Kunden aufnehmen
• in der Firma oder unterwegs getragen kann er Anlass sein, wieder mehr miteinander zu reden

Hier lässt sich ein kleiner Button kostenlos herunterladen.

Hier lässt sich ein großer Button kostenlos herunterladen.

Eine stylische Version zum Anstecken gibt es hier (ganz unten, 20 Stück/12 Euro)

Für die Veröffentlichung: Erzählt die Story, die Ihr erlebt habt, oder die Botschaft, die Ihr verpacken wolltet, zusammen mit ein, zwei Fotos oder einem kleinen Video an info@anneschueller.de

Wird die Geschichte veröffentlicht, erhält der/diejenige ein kleines Dankeschön.

http://blog.anneschueller.de/die-ichbineintouchpoint-aktion-der-woche-dies-ist-carsten-vogt-und-das-ist-seine-touchpoint-geschichte/

Die 7 unternehmerischen Schlüsselaufgaben für morgen – Aufgabe 6, Teil 1: Sich digital transformieren - statt budgetieren

dataMit den Computerleuten müssen wir uns wirklich gut vertragen. Denn im Zuge des anschwellenden Datenstroms kommt ihnen eine immer größere Bedeutung zu. Und die digitale Revolution hat schon nahezu alle Unternehmensbereiche erfasst. Umfassende digitale Kompetenz wird deshalb quasi für jeden im Unternehmen zur Pflicht.

Die hauseigenen Informatiker haben gar keine Wahl: Sie müssen ihre ehemals geschlossenen firmeninternen IT-Dienste öffnen – und gleichzeitig für Sicherheit und Datenschutz sorgen. Cloud Computing, Big Data und BYOD (Bring your own Device) sind wesentliche Bausteine in dieser Entwicklung. Das ist Fakt. Doch entscheidend ist immer, was man aus all dem dann macht.

Die Big-Data-Flut ist Chance und Risiko zugleich

Ein Zuviel an Daten ist heute die Norm. Zahlenautismus ist eine bedrohliche Folgegefahr. „Es wird immer leichter, an Informationen zu gelangen, aber es wird immer schwieriger, in der wachsenden Flut der Informationen sicher zu navigieren“, bekräftigt Axel Gloger in seinem Buch Über_Morgen.

Wissen habe nichts mit der Anhäufung von Informationen zu tun, da diese immer und überall abrufbar seien, ergänzt Yvonne Ortmann in einem Beitrag für das Technologie-Magazin t3n, sondern mit der Fähigkeit, „Informationen sinnvoll umzuwandeln und anzuwenden.“

Daten sagen niemals die Wahrheit

Oft genug wird dabei übersehen, dass das eigentlich Wichtige nicht in Zahlenkolonnen passiert, sondern an den Touchpoints zwischen Mitarbeitern, Unternehmen und Kunden. Weil es aber über das Web so leicht möglich ist, aus der ganzen Datenflut immer neue Einsichten zu aggregieren, wird dies auch fleißig gemacht.

Die Krux dabei: Zahlen sagen niemals die Wahrheit. Erstens sind die Ergebnisse immer nur so gut wie das Ausgangsmaterial. Und zweitens sind sie immer das Resultat von Zielen, Interessen und Motivationen. Ergo: Die Zahl unterm Strich, die der CEO am Ende verlangt, und die nach Möglichkeit zweistellig sein soll, ist garantiert falsch.

Die Zahlenhörigkeit vieler Führungsgremien ist geradezu abstrus

Natürlich sind Kennzahlen wichtig. Und Messbarkeit hilft, die Spreu vom Weizen zu trennen. Doch die Zahlenhörigkeit vieler Führungsgremien ist geradezu abstrus. Oft genug wird ganz fanatisch das Falsche getan, Hauptsache, es kann gemessen werden. Auch die Schwerpunkte sind vielfach irrig gesetzt. Meist liegen sie auf Quantität statt auf Qualität und auf Kurzfristigkeit statt Langfristigkeit.

Übervolle Excel-Tabellen aus den Managementinformationssystemen bauen eine Scheinwelt aus willkürlich festgelegten Quartalen auf, die in den abgeschirmten Zentren der Macht für die Realität gehalten wird.

Reportings und Budgetierungsverfahren, durch die ab September die halbe Firma in Lähmung verfällt, fressen jetzt noch mehr Ressourcen. Bisweilen kommt mir das wie ein Beschäftigungsprogramm für Sozialanalphabeten vor. Denn solange man mit Zahlenklauberei zugange ist, muss man sich nicht mit den Menschen befassen.

Und welchen Return on Investment (ROI) bringt die ganze Kontrolle?

Wenn man also die Computer schon rechnen lässt, dann doch bitte auch einmal dies: der Budgetprozess und die ganze Kontrolle, welchen Return on Investment (ROI) bringt eigentlich das?

Und die Opportunitätskosten, also all die Aufmerksamkeit, die man den Mitarbeitern und Kunden nicht schenken kann, während man in der Welt der Daten versinkt, wie hoch sind eigentlich die?

Schließlich kann man auch die ganz große Frage mal stellen: Wenn das Management ein Drittel aller Kosten im Unternehmen verursacht, sich mindestens fünfzig Prozent seiner Zeit mit sich selbst beschäftigt und vor allem Bürokratie produziert, auf wie viel summiert sich denn dies?

Die Tücken beim Planspielen und Zahlenbegaffen

Beziffern lässt sich auch die Zeitverschwendung, die aus der Präsenzpflicht beim Zahlenbegaffen erwächst. Auf größeren Meetings und Konferenzen entrollt sich das immer gleiche Ritual: Als Erstes präsentiert die Geschäftsleitung Ergebnisziffern – auf Folien, die ab der dritten Reihe schon niemand mehr lesen kann.

Egal! Sich mit sich selbst beschäftigen steht auf dem Programm. Im wahrsten Sinne des Wortes. Während nämlich vorne einer mit der Leinwand spricht, wird im Publikum fleißig mit Handys hantiert.

Werden dann die Budgets für die Zukunft verkündet, überlegt sich jeder vor allem, welche (schmutzigen) Tricks wieder mal nötig sind, um die Planzahlen zu sichern. Und jeden Freitag ist dann Märchenstunde. Der Wochenbericht muss geschrieben werden.

Chancen warten nicht auf Budgetierungstermine

Am Ende honorieren die Unternehmen nicht maximale Machbarkeiten, sondern List, Lug und Trug. Zumal heutzutage „Schwarze Schwäne“ (Nassim Nicholas Taleb), also höchst unwahrscheinliche Ereignisse, an jeder Ecke lauern.

Dafür sollten Wenn-dann-Szenarien, flexible Ziele und Optionen für verschiedene Zukünfte auf Abruf in der Schublade liegen. Denn „Schwarze Schwäne“ warten nicht auf Budgetierungstermine. Und „Weiße Schwäne“ schon gar nicht. Die größten Chancen liegen oft genau neben den Plänen.

Ergo: Manager sollten besser den Kunden hinterherlaufen, statt ihrem Plan.

Was man sonst noch so alles besser machen kann, das zeigen die kommenden Beiträge hier im Blog – und natürlich auch mein Buch zum Thema: “Das Touchpoint Unternehmen“. Gerade ist es Buch der Woche im Hamburger Abendblatt geworden.

http://blog.anneschueller.de/die-7-unternehmerischen-schluesselaufgaben-fuer-morgen-aufgabe-6-teil-1-sich-digital-transformieren-statt-budgetieren/