Die Touchpoints zwischen Bewerber und Arbeitgeber (Teil 1): Mundpropaganda steht an erster Stelle

131010_Bewerbung-ArbeitDer demografische Wandel, der Kampf um die Besten und der Glashauseffekt, den das Social Web mit sich bringt, halten ganz neue Anforderungen parat: Personaler müssen das Verkaufen lernen.

Dabei sind die Ressourcen, die für das effiziente Suchen, Finden und Gewinnen passender Talente in den Markt geworfen werden, ganz enorm. Doch leider agieren die HR-Stellen hierbei meistens zu selbstzentriert.

Der wahre Startpunkt für eine potenzielle Mitarbeiterbeziehung

Nicht die Firmenwebsite und deren Karriereteil, sondern das Eingabefeld der Suchmaschinen ist zunehmend der Startpunkt für eine potenzielle Mitarbeiterbeziehung – und oftmals gleichzeitig das Ende.

Dabei spielen die indirekten Touchpoints wie zum Beispiel Meinungsportale, User-Foren, Blogbeiträge, Mundpropaganda und Weiterempfehlungen eine zunehmend wichtige Rolle.

Diese werden auch als „Earned Touchpoints“ bezeichnet, denn man kann sie sich nicht wie eine Stellenanzeige kaufen, man muss sie sich stattdessen verdienen.

Earned Touchpoints: die „Zero Moments of Truth“

Von veränderungswilligen Bewerbern werden die O-Töne der Mitarbeiter im Web meist zuerst angesteuert. Google nennt sie die „Zero Moments of Truth“ (ZMOT). Dies sind die Momente der Wahrheit vor dem ersten direkten Kontakt, die schonungslos offenbaren, was die Versprechen eines Unternehmens tatsächlich taugen.

Insofern werden Firmen schon bald allein deshalb zumachen müssen, weil es keine qualifizierten Mitarbeiter mehr gibt, die für sie arbeiten wollen. Sie wurden vorher gewarnt.

Anstatt also weiter in teuer bezahlte Recruiting-Tools zu investieren, sollten Organisationen viel mehr dafür tun, dass es drinnen bei ihnen stimmt. Denn jenseits schöner Sonntagsreden über Leitbilder, Werte und CSR (Corporate Social Responsability) liegt dort eine Menge im Argen.

Selbst den wortgewaltigsten Beteuerungen aus der eitlen Managementwelt glaubt heute bald niemand mehr. Die Unternehmenskommunikation hat sich in einen gigantischen Vertrauensverlust hineinmanövriert. Und die eigenen Mitarbeiter empfehlen ihr Unternehmen kaum weiter.

Mehrheit der Mitarbeiter empfiehlt Arbeitgeber nicht weiter

Wie eine Studie der Personalberatung Rochus Mummert ergab, empfehlen lediglich 38 Prozent der Beschäftigten ihren Arbeitgeber weiter. Dazu waren 1000 Arbeitnehmer befragt worden.

Ein Hauptgrund für die niedrige Weiterempfehlungsquote ist wohl der, dass die Arbeitszufriedenheit von vielen Unternehmen noch immer nicht als „zentrales Employer-Branding-Instrument“ angesehen wird. Doch die Zufriedenheit der Belegschaft hat einen sehr hohen Einfluss auf die Empfehlungsquote.

Der wichtigste Motivator aus Mitarbeitersicht ist der Studie zufolge ein gutes Arbeitsklima, gefolgt von einer leistungsgerechten Bezahlung. Jeweils mehr als 80 Prozent der Beschäftigten bezeichneten diese Faktoren als entscheidende Voraussetzung für eine Weiterempfehlung.

In meinem Buch „Das Touchpoint-Unternehmen“ steht übrigens ganz ausführlich, wie man aus Mitarbeitern Botschafter und aktive Weiterempfehler macht.

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