Kategorien
Narrative Organisationsentwicklung Storytelling Zukunft Unternehmensführung Mitarbeiterführung Kommunikation

Weshalb wir Aufwindnarrative so dringend brauchen und wie sie entstehen

Narrative sind Erzählungen mit Bedeutung. Sie bestimmen, wie wir denken und handeln. Ihr Tenor entscheidet darüber, wie sich unser Leben, ein Unternehmen, die Wirtschaft und unsere Gesellschaft als Ganzes entwickeln. Deshalb sind Aufwindnarrative so überaus wichtig. Sie haben eine geradezu magische Kraft.

Zukunft wird aus Geschichten gemacht. Nicht Zahlen, Daten und Fakten, sondern Geschichten, die wir uns heute erzählen, definieren die Welt, die wir morgen erleben. Denn Zukunft wird aus Narrativen, also Geschichten mit Bedeutung gemacht. Ihr Tenor entscheidet darüber, wie sich unser Leben, die Arbeitswelt, das Unternehmertum, die Wirtschaft und unsere Gesellschaft als Ganzes entwickeln.

Das Gute daran: Wir können dies aktiv gestalten und den Lauf der Dinge positiv wandeln.

Vor allem komplexe Sachverhalte brauchen griffige Narrative, um im Oberstübchen Fuß zu fassen. Wem etwas undurchsichtig erscheint, der verweigert sich und schaltet ab. Hingegen nehmen uns gut gemachte Geschichten die Angst vor dem Unbekannten, weil wir uns in Gedanken ganz gefahrlos damit anfreunden können. Nicht derjenige mit den besten Argumenten überzeugt, sondern derjenige, der die stimmigste Story erzählt.

Wir erzählen uns oft die falschen Geschichten

Leider ist es derzeit geradezu chic, sich in Dauergenörgel zu suhlen, für Momente medialer Aufmerksamkeit in den Abgrund zu gehen, fatalistisch in die Zukunft zu schauen und sogar im Guten das Schlechte zu suchen. Jeder kleinste Anlass wird zum Monsterdrama hochstilisiert. Der Ton der öffentlichen Debatten ist geprägt von Mutlosigkeit, Wut und Resignation, von dunkler Rhetorik und einer Vielzahl von Verhinderungsnarrativen.

Verhinderungsnarrative durchtränken alles mit Angst, schwächen uns und bringen eine ganze Gesellschaft zum Stillstand.

Zum Glück gibt es zu jedem Trend eine Gegenbewegung, in diesem Fall sind das Zuversicht und Optimismus. Gesunder, wachsamer, entschlossen zupackender Optimismus ist nicht naiv, sondern eine Grundvoraussetzung, damit es vorangeht. Kommen wir also weg von den Lügenbaronen, weg von den Dystopien und raus aus dem destruktiven Geschwätz. Das hilft nur denen, die mit Kalkül davon profitieren.

Dem blockierenden Negativismus Paroli bieten

Damit es vorangeht, brauchen wir Menschen, die Brücken bauen, und nicht die, die alles einreißen und die Gräben immer weiter vertiefen. Wie wäre es also, dem lähmenden Kult des Negativismus Paroli zu bieten? Machen wir möglichkeitsstarke, konstruktive, freudvolle Narrative zum neuen Normal. Indem wir sie oft und vielen Menschen erzählen, reift eine zunehmend positive Zukunftshaltung heran.

Die Zukunft ist offen, denn sie ist noch gar nicht passiert. Wir sollten keine Bedrohung in ihr sehen, sondern sie mit Aufbruchnarrativen freudig begrüßen.

Eine gute Zukunft kommt nicht von selbst. Sie muss herbeierzählt werden.

Geschichten machen etwas mit uns, was Direktiven niemals gelingt: Sie berühren. Sie bewegen. Sie spülen Verhärtetes weich. Sie sorgen für Bereitschaft. Und stiften Sinn. Sie nehmen uns mit in einen Möglichkeitsraum, ohne uns zu bedrängen.

Wir brauchen jede Menge Aufwindnarrative

Was derzeit so schmerzlich fehlt, sind mitreißende Fortschrittserzählungen, plakative Zukunftsbilder und mobilisierende Zukunftsnarrative. Deshalb eiert alles so rum. Die Vorstellung von einer erstrebenswerten Zukunft ist unerlässlich, um uns aufzuraffen und in die richtige Richtung zu laufen. Eine Zukunft, in der wir gerne leben, wird von Menschen gemacht, denen eine gute Zukunft am Herzen liegt.

Willst du so jemand sein?

Wie wir uns von blockierenden Selbsterzählungen befreien und Initiativen für

  • ein besseres Leben,
  • eine bessere Arbeitswelt und
  • eine bessere Zukunft

entwickeln, darum geht‘s. Das dementsprechende Mindset ist die notwendige Basis. Doch erst mit passenden Fertigkeiten und einem prallvollen Werkzeugkasten können wir zügig ins Handeln kommen und die Dinge wirklich verändern. Dazu müssen wir wissen, wie Narrative funktionieren und brauchen ein wirkungsvolles internes Storylistening, ein professionelles Storymaking sowie ein anschlussfähiges Storytelling.

Fassadenshow und Sonntagsgerede? Nein danke!

Man müsse sein Image in der Öffentlichkeit aufpolieren und sich als Arbeitgeber besser in Szene setzen, so die einhellige Meinung im Boardroom. Profifotografen, Stylisten und Makeup-Artists rücken an, um perfekte Bilder zu inszenieren. Von einer PR-Agentur werden geschönte Storys gebastelt und Showreden formuliert. Man will glänzen und fährt Start-Ziel-Sieg-Erzählungen auf.

In Wahrheit sei alles ganz anders gelaufen, berichten frustrierte Mitarbeitende unverhohlen im Web. Sprich, was nicht stimmt oder hochtrabend aufgehübscht ist, wird früher oder später enttarnt. Und Bewerber, die von solchem Geschwurbel angelockt wurden, sind ruckzug wieder weg. „Weshalb macht ihr das dann“, will ich wissen. „Der Chef wollte das so.“ Lieber Chef, klipp und klar:

Gelungene Unternehmenskommunikation blendet nicht, sie ist authentisch.

Sprich: Es geht nicht um vorgegaukelte Herrlichkeit, sondern um Authentizität und Glaubwürdigkeit.

Das Grundmuster einer attraktiven Story

Attraktive Unternehmensgeschichten folgen, wie jede gut gemachte Geschichte, einem Spannungsbogen. Dieser führt, beginnend mit einer suboptimalen Ausgangslage, über ein Auf und Ab von Blockaden, Anfangserfolgen, Irrwegen und Lernkurven zu einem erfolgreichen Ende. Das Grundmuster einer solchen Geschichte umfasst sieben Aspekte:

  • Es gibt einen guten Grund, die Geschichte zu erzählen.
  • Sie hat einen Helden (m/w/d), der durch Höhen und Tiefen geht.
  • Es gibt Nebendarsteller, die helfen oder das Ganze gefährden.
  • Es gibt einen Schauplatz, auf dem die Geschichte spielt.
  • Sie beginnt mit einem Konflikt und hat ein Happy End.
  • Sie löst Emotionen aus und regt zum Nachdenken an.
  • Sie lässt sich gut weitererzählen und im Social Web teilen.

Zudem werden Erzählräume gebraucht, damit starke Geschichten entstehen können.

In der Erzählwerkstatt wird kreiert und repariert

Die besten Geschichten entstehen nicht im stillen Kämmerlein, sie werden co-kreativ, also von etlichen Personen gemeinsam entwickelt. Vielen klugen Köpfen fällt immer mehr ein als einem allein. Und nur wer viel würfelt, der würfelt am Ende auch Sechser. Idealerweise sind mehrere Bereiche am Entstehen einer Geschichte beteiligt, um das interdisziplinäre Zusammenwirken und den Gemeinschaftsgeist der Firma zu stärken.

Zudem geht es darum, die leisen Helden der Firma ausfindig zu machen, diejenigen also, denen das Herausgestelltsein wenig behagt. Sie haben oft die besten Storys parat, sind aber meist zu bescheiden, diese selbst zu erzählen. Schließlich kommt im Verlauf eines kollaborativen Prozesses sogar oft zutage, was sich bislang niemand zu sagen traute: die wahren Gründe für interne Blockaden. Diese werden in der Werkstatt nicht nur offengelegt, sondern sogleich auch repariert.

Vor dem Storymaking steht das Storylistening

Als Erzählwerkstatt wählt ihr einen Ort im Unternehmen, der für kreatives Arbeiten gut geeignet ist. Sorgt für unterschiedlichste Sitzgelegenheiten, für Visualisierungsflächen, für inspirierende Arbeitsmaterialien – und unbedingt auch für ein, zwei gemütliche Sofas, auf denen ihr euch eure Geschichten erzählt. Ein ausgiebiges Storylistening ist als Vorstufe eines stimmigen Storymakings ganz entscheidend.

Der erste Schritt heißt also: Geschichten sammeln. In Erzählungen stecken Erfahrungswissen, Überzeugungen und Emotionen. Deshalb brauchen wir Räume, die dazu einladen, den Verlauf einer Episode zusammenhängend zu schildern. Nur so berichten Menschen systemisch von konkreten Situationen, von prägenden Ereignissen und von dem, was gut lief oder klemmte oder frustrierend war.

Tut euch mit anderen Bereichen im Unternehmen zusammen, die das Storytelling schon praktizieren oder in denen es bereits Geschichtensammlungen gibt. Hauptziel ist es, nach allen Regeln der Kunst Geschichten zum Weitererzählen zu entwickeln. Vielfach brauchen wir längere Versionen, um sie in ausführlichen Beiträgen und Reportagen unterzubringen, und kürzere Häppchen für Videos und Social-Media.

Für mehr: das neue Buch ist da

Wie all das ganz genau funktioniert? Gerade ist mein neues Buch dazu erschienen:

Narrative für eine bessere Zukunft.

Holt es euch beim Lieblingsbuchhändler eurer Wahl oder auf den einschlägigen Online-Portalen. Es entlarvt, wie toxische Erzählungen uns lähmen und macht deutlich, wie wir diese durch kraftvolle, lösungsorientierte Narrative ersetzen. Es öffnet die Augen für die oft verborgene Macht der Erzählungen.

Dazu warten 40 praxisnahe Methoden auf euch. Es ist ein unverzichtbarer Wegweiser für alle, die mithilfe stimmiger Narrative eine prosperierende Zukunft gestalten wollen. Denn Zukunft wird aus Geschichten gemacht.

Teilen Sie gerne hier: