Noch ein Gastbeitrag von Melanie Tamblé: „Duplicate Content“ wird von Google nicht abgestraft

AdenionWer so wie ich viel im Internet veröffentlicht, wird häufig mit dem Begriff „Duplicate Content“ konfrontiert, also der Mehrfachveröffentlichung, die manche Portale gar nicht mögen. Ich hab das nie ganz verstanden. So findet man zum Beispiel auf den Nachrichtenportalen solchen Content zuhauf. Da hab ich gleich bei Melanie Tamblé nachgefragt. Hier ihre Antwort:

„Duplicate Content ist ein Begriff aus der Suchmaschinenoptimierung (SEO), der sich auf die Filtermechanismen des Google Algorithmus bezieht, um doppelte Inhalte aus dem Index zu filtern. Dass Google aber Duplicate Content bestraft, ist ein Mythos. Google sagt selbst: „There is no Duplicate Content Penalty“. (“Es gibt keine Duplicate Content Strafe”).

„There is no Duplicate Content Penalty“ sagt Google

Warum hält sich der Mythos und worum geht es den Suchmaschinen dabei? Suchmaschinen wollen relevante Suchergebnisse. Der „Duplicate Content“ Filter wurde ursprünglich eingeführt, um Webinhalte auszufiltern, die millionenfach auf ganzen Server-Farmen dupliziert wurden, mit dem Ziel, den Suchmaschinenindex gezielt zu manipulieren.

Beim „Duplicate Content“ geht es also immer nur um gezielte und massive Suchmaschinenmanipulationen, nicht um die Veröffentlichung von gleichen oder ähnlichen Texten auf verschiedenen Websites im Rahmen von PR- und Marketing-Maßnahmen. Google hat seinen Algorithmus in den letzten Jahren immer weiter verfeinert, um relevante von irrelevanten Inhalten zu unterscheiden.

SEO hat ganz andere Aufgaben als das Marketing

SEOs, also die Suchmaschinenoptimierer haben die Aufgabe, eine einzelne Domain möglichst hoch in den Suchmaschinen zu ranken. Für das Ranking einer Website ist es durchaus sinnvoll, möglichst viel sogenannten „Unique Content“ aufzubauen, um für Google ein einzigartiges Webprojekt darzustellen. Dabei geht es aber um „Unique Content“ im Sinne von „einzigartigen Inhalten“ = relevanten Inhalten, nicht im Sinne von „einmal vorkommenden Inhalten“.

Kein Nachrichtenportal würde dpa-Nachrichten anzeigen, kein Finanzportal adhoc-Nachrichten, wenn diese immer gleichlautenden Meldungen sich negativ auf die Suchmaschinen auswirken würden. Gerade diese Portale werden aber besonders gut gelistet, weil sie eben relevant sind.

Relevante Inhalte dürfen also ruhig mehrfach im Internet vorkommen. Genau dies zeigt ja auch das Prinzip der Social Media. Dort sind doppelte Inhalte das Erfolgsprinzip schlechthin. Je relevanter ein Inhalt, desto öfters wird er dupliziert, also geteilt und desto mehr Reichweite erzielt er.

Content soll Öffentlichkeit und Reichweite erzielen

Die Suchmaschinen zeigen im Suchindex das aus ihrer Sicht beste Ergebnis an und fassen die restlichen Treffer zusammen. Je nachdem in welchem Kontext eine Suchanfrage erfolgt, führen doppelt vorhandene Inhalte dann nur jeweils zu Ergebnissen auf unterschiedlichen Websites.

Genau hier können sich also die Interessen von PR/Marketing und SEO durchaus unterscheiden, denn für SEO steht die Domain im Vordergrund, für PR und Marketing der Kontakt mit dem Kunden an den Customer Touchpoints.

PR und Marketing haben die Aufgabe, möglichst viel Öffentlichkeit und Reichweite zu erzielen. Und das funktioniert eben am besten mit vielen Veröffentlichungen auf vielen Kanälen und an vielen verschiedenen Touchpoints, so wie in der klassischen Kommunikation auch.

Duplicate Content ist also eine Frage der Perspektive. Doch egal, wie gut eine Suchmaschinenoptimierung auch sein mag. Nur ein Bruchteil der potentiellen Kunden findet den Weg direkt auf eine Domain. Der überwiegende Teil der Zielgruppen bewegt sich in den Tiefen und Weiten des Internets. Je mehr Customer Touchpoints ein Unternehmen über viele verschiedene Kanäle aufbaut, desto größer die Chance, die Zielgruppen zu erreichen.

Webinar am 22. Mai: den Mythos „Dublicate Content“ entzaubern

Duplicate Content ist insgesamt eines der meist missverstandenen SEO-Konzepte, daher ist der Mythos auch sehr schwer zu entmystifizieren. Fakt ist, Veröffentlichungen sollten niemals nur zu SEO-Zwecken verwendet werden, sondern immer den Menschen dienen, die sie lesen sollen. Was relevant für Menschen ist, ist auch relevant für die Suchmaschinen.

Veröffentlichungen sollten sich jedoch auch niemals SEO-Kriterien beugen, denn viele Veröffentlichungen über viele Kanäle führen zu vielen Treffern in den Suchmaschinen und daher zu mehr Reichweite und mehr Kundenkontakten im Internet. Gutes Online-PR kann der Suchmaschinenoptimierung dienen, aber niemals schaden.

Mehr Informationen dazu gibt es in einem Webinar am 22. Mai um 11 Uhr: Duplicate Content in der Online-PR: Was steckt hinter dem Mythos? Das Webinar erläutert, was wahr und was Mythos ist, wie sich Google selbst dazu äußert, wie sich Online-PR und SEO gegenseitig positiv verstärken können und wie Sie tatsächlich mehr Reichweite und Sichtbarkeit mit Ihren PR-Botschaften erzielen.“

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