New World of Work und neue Führungsstile: Der Katalysator (2)

GoldfischWer hoch hinaus will, folgt einem Freund lieber als einem Feind. Und wer möchte, dass seine Leute gut mit den Kunden umgehen, der muss gut mit seinen Leuten umgehen. All das hat mit ‚Weichei-Führen‘ und Schmusekurs rein gar nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Nur in kreativen Freiräumen können Spitzenleistungen entstehen.

Denn Kreativität – die Schlüsselressource der Zukunft – braucht Weite. Und Entspannung im Hirn. Und Heiterkeit. Wo Liebe und Lachen ist, verschwindet die Angst. Verängstigte Mitarbeiter hingegen haben die unangenehme Eigenschaft, allerhöchstens mittelmäßige Arbeit abzuliefern.

Machtmenschen sind nicht länger von Nutzen

In der analogen Welt galt die hart durchgreifende, gefürchtete und bisweilen skrupellose Führungskraft als die bessere Wahl. Ihr Vorgehen kann auch heute noch zu kurzfristigen (Schein-)Siegen führen. Um allerdings in unserer neuen Zukunft Bestresultate auf Dauer zu sichern, sind vor allem Beziehungsarchitekten vonnöten.

Visionär auf die Zukunft ausgerichtete Katalysatoren sind Treiber des unternehmerischen Erfolgs. Ein performance-orientierter Zahlenmensch hingegen ist ein Erfolgskiller. Warum? Weil er als Machtmensch Druck macht, extrem strukturierte Arbeitsabläufe vorgibt, penibel Ergebnisse mit gesetzten Zielen vergleicht und Fehler nicht zulässt. Der Katalysator hingegen schafft ein gesundes Arbeitsumfeld und fördert die Selbstorganisation seiner Mannschaft. Denn Regeln ordnen zwar Chaos. Sie verhindern aber auch Alternativen.

Katalysatoren besitzen emotionale Intelligenz

Katalysatoren besitzen eine ausgesprochen hohe emotionale Intelligenz. Sie erkennen Leistungen an. Sie setzen auf Fairness, Kommunikation und Innovation. Sie können zwar auch unbeirrt und hart durchgreifen, schätzen aber aufgrund ihrer sozialen Begabung sehr viel besser ein, wann dies in welcher Form notwendig ist.

Sie haben nicht nur die Interessen des Unternehmens, sondern auch gute zwischenmenschliche Beziehungen im Sinn. Sie sind exzellente Networker und dementsprechend extrem stark vernetzt. Sie setzen ihre Mitarbeiter im Kern ihrer Talente ein und orchestrieren ein Hochleistungsteam.

Wie Hochleistungsteams entstehen können

Hochleistungsteams kommunizieren über eine positive Wortwahl, während in Low-Performance-Teams Worte der Abneigung sowie Kritik und Zynismus vorherrschen. Hochleistungsteams tendieren ferner dazu, wertvollen Input und neue Gedanken von außen in das Team zu bringen.

Sie sind darüber hinaus in der Lage, den Vorschlägen und Gedanken anderer zu folgen und diese weiterzuentwickeln, während Niedrigperformer Ideen von außen abblocken und den eigenen Standpunkt als das Nonplusultra verfechten. Dies und vieles mehr hat der chilenische Psychologe Marcial Francisco Losada herausgefunden, der zum Thema Hochleistungsteams forscht.

Katalysatoren sehen Chancen statt Risiken

Katalysatoren haben einen ausgeprägten Chancenblick. Sie lieben die Zukunft, alles Quirlige, die sich digitalisierende Welt – und neue Ideen. Sie sind offen für interessante Vorschläge und haben Mut für Experimente. Vielversprechende Initiativen erhalten bei ihnen eine Überlebenschance.

Kreative Köpfe fühlen sich, wie Untersuchungen des Soziologen Richard Florida zeigen, vor allem dort hingezogen, wo die drei Ts zu finden sind: Technologie, Talente und Toleranz. Genau das ist die Welt der Katalysatoren. Sie schaffen Orte, an denen es vor Hochbegabten geradezu wimmelt. Solche Talente arbeiten zum Beispiel bei Google, „weil wir solche Menschen in die Lage versetzen, die Welt zu verändern“, haben die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page einmal gesagt.

Katalysatoren haben ein hohes Kundenverständnis

Katalysatoren haben ausgewiesene Marketingkompetenzen und ein überdurchschnittlich hohes Kundenverständnis. Sie empfinden Leidenschaft für ihre Sache und strahlen diese auch aus. Ihre Freude an der Arbeit überträgt sich auf alle, die von ihnen geführt werden. Sie bringen PS auf die Straße.

Und sie lieben die Menschen mehr als die Macht. Solche oft charismatischen Führungspersönlichkeiten verfügen nicht nur über eine hohe Antriebs- und Begeisterungskraft, sondern auch über Einfühlungsvermögen und Diplomatie. Sie haben einen Sympathie-, bisweilen sogar einen Bewunderungsbonus.

Solchen Chefs verzeiht man auch mal einen Schnitzer. Sie kommen einer menschlichen „Lovemark“ am ehesten nahe. So wachsen für Katalysatoren die Menschen oft über sich selbst hinaus.

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3 comments to New World of Work und neue Führungsstile: Der Katalysator (2)

  • Ein sehr interessanter Artikel für angehende Führungskräfte. Häufig geraten die wichtigen Aspekt bei dem Druck und Stress in Vergessenheit. Vielen Dank. LG

  • Ein sehr interessanter Artikel für angehende Führungskräfte. Häufig geraten die wichtigen Aspekte bei dem Druck und Stress in Vergessenheit. Vielen Dank. LG

  • Wirklich toller Artikel, den sich alle Führungskräfte immer mal wieder vor Augen halten sollten! Bei Stress werden die wichtigesten Aspekte oft vergessen. Danke für den Artikel!