Neues zum Thema Neuromarketing

Soviel ist inzwischen bekannt: Den ‚Homo oeconomicus‘ gibt es nicht. Jede Kaufentscheidung, selbst wenn sie unter scheinbar ausschließlich rationalen Gesichtspunkten getroffen sein mag, ist in Wirklichkeit eine emotionale Entscheidung. Ohne Gefühle sind wir nicht einmal in der Lage, eine Entscheidung zu treffen. Alle Entscheidungen durchlaufen, bevor sie ins Bewusstsein gelangen und endgültig gefällt werden, das limbische System und werden dort emotional markiert.

Die positiven, also angenehmen Marker sagen uns: ‚Weiter so!’, die negativen, also unangenehmen Marker sind Signale für: ‚kämpfe!’ oder ‚fliehe!’. Es ist demnach gut, unseren Körper zu befragen, was er von einer Sache hält. Und noch besser ist es, zu lernen, auf die feinen Stimmen (= Stimmungen) seines Körpers zu hören. Denn das Unbewusste bestimmt das Bewusste – und nicht umgekehrt.

Ein wenig desillusionierend bezeichnet der Bremer Hirnforscher Gerhard Roth das bewusste ‚Ich‘ als eine Art Regierungssprecher, der Entscheidungen interpretieren und legitimieren muss, deren Hintergründe er gar nicht kennt und an deren Zustandekommen er noch nicht einmal beteiligt war. Gründe für oder gegen eine Entscheidung sind also oft nichts weiter als logisch klingende Erfindungen, um vor anderen oder uns selber gut dazustehen. Marionetten unserer Neuronen seien wir und dem Tanz der Hormone nahezu willenlos ausgeliefert, heißt es auch.

Hirnforscher können anhand bildgebender Verfahren bereits erkennen, wie eine Entscheidung ausfallen wird, bevor sie im Denkhirn ankommt und schließlich verkündet wird. Sie beobachten dabei vor allem die Aktivierung von Hirnarealen im limbischen System. Das limbische System ist unser wahres inneres Machtzentrum und hat wesentlich größeren Einfluss auf unser Verhalten, als unser Groß- oder Denkhirn.

Zum limbischen System gehören eine Reihe unterschiedlicher Strukturen in verschiedenen Hirnregionen. Sie sind Orte des Entstehens von positiven und negativen Gefühlen, der Gedächtnisorganisation, der Aufmerksamkeits- und Bewusstseinssteuerung und der Kontrolle vegetativer Funktionen. Eingeführt wurde der Begriff von Paul MacLean im Jahr 1952.

Seitdem ist das Hirn ganz schön in Mode gekommen. Wer sich intensiv mit den neuesten Erkenntnissen des Neuromarketing auseinandersetzen möchten, dem sei folgende Veranstaltung empfohlen: Neuromarketing Kongress 2010 – Consumer Empathy³

Mehr zum Thema Neuromarketing finden Sie auf einem Podcast der Sendung IQ Wissenschaft und Forschung vom 15.12.2009 (Bayern 2) mit dem Titel: Wie Käufer manipuliert werden (Dauer: ca. 23 Minuten) u. a. mit Interviews verschiedener Neuromarketing-Experten wie z. B. Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, Dr. Hans-Georg Häusel und Dr. Christian Scheier.

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