Mitarbeiter-Empfehlungsprogramme (2/2): Wie Mitarbeiter-Empfehlungsprogramme gut funktionieren

EmpfehlungsprogrammeBei den gängigen Mitarbeiter-Empfehlungsprogrammen werden Offline- und Online-Aktivitäten miteinander verknüpft. Meist gibt es einen Flyer, der alles Notwenige erklärt. Zusätzlich stehen alle Infos über das Empfehlungsprogramm im Social Intranet.

Definieren Sie die Zielgruppen, die an dem Programm teilnehmen sollen, damit Sie keine unangebrachten Empfehlungen erhalten. Halten Sie den Papierkram so einfach wie möglich. Bieten Sie zusätzlich kleine „Wie-werde-ich-ein-Power-Empfehler“-Trainings an. Richten Sie ein Blog ein, in dem die Empfehler die besten Tipps miteinander teilen können.

Stellen Sie auch einen speziellen Ansprechpartner bereit. Informieren Sie zeitnah über alle offenen Stellen. Installieren Sie ein Status-Programm für laufende Empfehlungen. Berichten Sie regelmäßig und begeistert über Erfolge. Ehren Sie die besten Empfehler. Lassen Sie auch Externe zu diesem Programm zu.

Was Studien zum Thema Mitarbeiter-Empfehlungsprogramme sagen

Einer vom Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) 2012 durchgeführten Untersuchung bei 1.000 deutschen KMU zufolge nutzen 78 Prozent der befragten Unternehmen Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programme, um neue Fachkräfte zu rekrutieren. 15,2 Prozent aller generierten Einstellungen kamen dabei über Mitarbeiterempfehlungen zustande.

Laut einer für Monster.at 2013 durchgeführten Studie unter den österreichischen Top-500-Arbeitgebern halten acht von zehn Firmen ihre Mitarbeiter dazu an, offene Stellen in ihrem privaten Umfeld weiterzuempfehlen. Erfolgreiche Mitarbeiterempfehlungen werden in über einem Fünftel der Unternehmen entlohnt. 45,5 Prozent davon zahlen für eine erfolgreiche Einstellung bis zu 500 Euro in Geld- oder Sachwerten. Ebenfalls 45,5 Prozent zahlen bis zu 1.000 Euro, der Rest liegt darüber.

Funktioniert Geld immer, um hausinterne Empfehler zu aktivieren?

Nein, natürlich nicht. In einem Fall hatte die Firmenleitung ein volles Monatsgehalt als „Kopfprämie“ ausgelobt. Dennoch gingen keine Bewerbungen ein. Der Grund? Das auf der Karriereseite so hochgelobte gute Betriebsklima gab es nicht. Ganz im Gegenteil. Die Führungskultur dort war ziemlich mies. Wer will seinen Freunden schon solches Leid antun? Ja, nur, wer empfehlenswert ist, wird auch weiterempfohlen.

Und funktioniert nur Geld, um den Tatendrang seiner Leute zu schüren? Auch hier ein klares Nein. Denn das wahre Erfolgsgeheimnis des Empfehlens basiert auf Freiwilligkeit. Erfährt der Empfehlungsempfänger, dass Geld geflossen ist, können darunter Glaubwürdigkeit und Vertrauen leiden.

Dies schärft den kritischen Blick, die Sache wird intensiver geprüft und unter die Lupe genommen. Man entwickelt Vorbehalte und folgt dem nicht ganz uneigennützigen Rat am Ende dann doch lieber nicht. Die größten Vorteile des Weiterempfehlens sind somit dahin.

Uneigennützig ausgesprochene Tipps sind die beste Empfehlung

„Natürlich mobilisieren Geschenke, Prämien und Vergünstigungen auch das Belohnungssystem im Gehirn, am besten allerdings dann, wenn sie nicht angekündigt und nicht erwartet werden. … Feldexperimente haben gezeigt, dass durch überraschende Geschenke die Produktivität der Mitarbeiter um mehr als zehn Prozent gesteigert werden kann“, schreibt Christian Elger in seinem Buch Neuroleadership.

Uneigennützig ausgesprochenen Tipps sollten deshalb im Nachhinein belohnt werden. Schließlich ist jede Empfehlung, die einen passenden Bewerber bringt, eingespartes Recruitingbudget, und da sollte man am Ende nicht knausrig sein.

Welche Weiterempfehlungs-Belohnungen sind besonders geeignet?

Nicht nur an Geld und Gutscheine denken. Appellieren Sie auch an den Sammeltrieb, so dass man über ein Punktesystem an größere Goodies herankommen kann. Nichtmonetäre Belohnungen sollten immer frei wählbar sein. Staffeln Sie die Prämien je nach Verweildauer des neuen Mitarbeiters. Bieten Sie außergewöhnliche Weiterbildungsangebote an. Oder eine Möglichkeit, sinnvoll zu spenden.

Finden Sie Dinge, die man sich für Geld nicht kaufen kann: freie Urlaubstage, den kostenlosen Firmenparkplatz in der ersten Reihe, die Verlosung einer Traumreise, ein Fest für alle Empfehler. Oder schicken Sie mal ganz spontan die großen Chefs auf Empfehler-Dankeschön-Tour. Das wird einen bleibenden Eindruck hinterlassen – und die Leute zu noch größeren Taten anspornen. Wie immer auch hier: Lassen Sie die Belegschaft ein solches Programm mitgestalten.

Ein Tipp zu Schluss: Systematisch für Rückmeldungen sorgen

Ganz unabhängig von einer erhaltenen Prämie und dem schließlichen Bewerbungserfolg: Geben Sie dem Empfehler eine Rückmeldung darüber, was aus seiner Empfehlung geworden ist. Und wertschätzen Sie die Person, die Sie durch ihn kennen gelernt haben. Das kann sich zum Beispiel so anhören: „Ich muss schon sagen, Sie kennen interessante, angenehme, profilierte Leute.“

Solche Momente des kleinen Glücks sind es, die wir Menschen besonders wertvoll finden. Und mehr noch: Wer Gutes bekommt, fühlt sich dem Geber verpflichtet. Soziologen nennen das den Reziprozitätseffekt. So wird aus einem Erstempfehler mit etwas Glück ein Powerempfehler und Supermultiplikator.

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