Heute ein Muss: Das Online Monitoring über Gerede im Web

Der CTMP® Customer Touchpoint Management ProzessWeb Monitoring ist die beste Echtzeit-Marktforschung aller Zeiten. Endlich können wir den Kunden zuhören, wenn sie sich über uns unterhalten. Und wir können mitlesen, was sie über uns schreiben: Klartext, ungefiltert, unverblümt. Und mehr noch: Wir können sofort darauf reagieren.

Denn guter Service beginnt in Zukunft nicht erst dann, wenn ein (enttäuschter) Kunde von sich aus an das Unternehmen herantritt. 3.0-Service heißt, Sie gehen dorthin, wo man über Ihre Performance redet: ins Social Web.

Netaffine Kunden erwarten heute ganz selbstverständlich von modernen Marken, dass man ihren Gesprächen auf den Social Media-Plattformen lauscht. So ist aus einer Bringschuld – der Kunde tritt mit Fragen oder einer Reklamation an einen Anbieter heran – heute eine Holschuld geworden: Die Anbieter holen sich die Kommentare der Kunden.

Service ist öffentlich geworden

Und noch etwas hat sich verändert: Früher wurden Kundenanfragen hinter verschlossenen Türen behandelt, doch heute beobachtet die ganze Welt, wie ein Unternehmen mit den Anforderungen, Wünschen und Problemen der User hantiert. So wird Service öffentlich und für jedermann sichtbar. Die gute oder schlechte Abwicklung als solche wird genüsslich kommentiert, bewertet oder mit zusätzlichen Ideen bereichert.

Demzufolge benötigen die Customer Care Mitarbeiter das Wissen und die Kompetenz, um in den Weiten des Web nach Interventionen zu suchen und adäquat darauf zu reagieren. Das, was sich aus den Diskussionen dann ergibt, kann zur Optimierung der Aktivitäten an den einzelnen Touchpoints einen erheblichen Beitrag leisten.

Online-Monitoring als tägliches Ritual

Selbst für die, die aus welchen Gründen auch immer keine aktiven Social Media Präsenzen betreiben: Online-Monitoring ist Pflicht! Beauftragen Sie dazu einen Mitarbeiter mit der Aufgabe, permanent das Mitmach-Web zu beobachten. Und machen Sie es sich als Chef zum täglichen Ritual, die wesentlichen Ergebnisse daraus genauso sorgfältig zu studieren wie Ihre Geschäftspost und die Umsatzzahlen.

Legen Sie zunächst eine Beobachtungsliste an. Hierbei schreiben Sie die Begriffe auf, die Sie im Cyberspace aufspüren wollen. Dazu gehören Ihr Firmenname, Ihre Produktnamen, Ihre Marken, die Namen der Unternehmensleitung sowie wichtige Fachbegriffe, die Sie verfolgen wollen. Das gleiche können Sie bei Bedarf auch für Ihre Mitbewerber tun.

Alerts setzen: ein kostenloses Minimum

Dank Google-Blogsuche usw. lassen sich die negativen wie positiven Erwähnungen ganz schnell ausfindig machen. Über Google Alerts, Bing Alerts, TweetBeep und viele andere Dienste erhält man Onlinegerede auf Wunsch täglich zugespielt. Rufen Sie dazu im Internet die entsprechenden Eingabemasken auf und folgen Sie dann den weiteren Anweisungen. Das ist kostenlos.

Besser noch: Automatisieren Sie das Zuhören. Verwenden Sie Gratis-Tools wie Addictomatic zum Beobachten des Mitmach-Web. So haben Sie mit dem geringstmöglichen Zeitaufwand eine größtmögliche Anzahl von Webseiten im Blick. Und es entgeht Ihnen kaum mehr eine Erwähnung.

Das Gefundene touchpointspezifisch analysieren

Analysieren Sie alle gefundenen Angaben auf ihren Inhalt hin und vergleichen Sie das mit Ihren Zielen. Überlegen Sie, was Sie daraus lernen können, und wie Sie das an den einzelnen Touchpoints weiterbringt. Stellen Sie sich hierzu folgende Fragen:

• Welche Touchpoints werden am besten bewertet? Und was findet den größten Zuspruch?

• Wo gibt es Optimierungsbedarf? Und wie können die Hinweise aus dem Web dabei helfen?

• Gibt es konkrete Verbesserungsideen? Und wie lassen sich diese dann umsetzen?

• Wer oder was erhält schlechte Noten? Und aus welchem konkreten Grund?

• Gibt es Kritik, die schnell Wellen schlagen könnte. Und wie reagieren wir darauf?

Wenn Sie auch die Konkurrenz beobachten, ist folgender Gesichtspunkt sehr hilfreich: Was können Sie aus dem, wie andere Ihre Mitbewerber bewerten, für sich selber lernen?

Erstellen Sie auf dieser Basis ein Reporting mit den wichtigsten Ergebnissen im Überblick. Mehr noch: Entwerfen Sie einen minutiösen Krisenplan für den Fall, dass Kritik tatsächlich eskaliert, zu einem epidemischen ‚Shitstorm‘ führt oder investigatives Medieninteresse auf sich zieht. Und falls ein Shitstorm droht: 5 Tipps, damit so wenig wie möglich passiert.

Professionelle Tools: für Profis ein Muss

Profis verwenden Social Media Analyse-Programme, die das Internet mit ‚Crawlern‘ durchsuchen und relevante Informationen herausfiltern. Dabei wird das Buzzvolumen ermittelt, der Recommendation Share ermittelt sowie eine Stimmungsklassifizierung (positiv, negativ, neutral) betrieben.

Bei dieser semantischen Version des Web-Monitoring können auch die Quellen der Online-Äußerungen identifiziert und angesteuert werden. Hierbei wird dokumentiert, ob diese Quellen eine Multiplikatoren-Rolle haben, also im positiven Fall nützlich oder im negativen Fall gefährlich sind. Ferner wird ermittelt, in welchen Kontexten Sie genannt werden und welche Vorteile die agierenden Personen in Ihren Angeboten sehen.

Ferner werden aus sich abzeichnenden Trends Prognosen für den weiteren Verlauf erstellt. Das alles wird graphisch aufbereitet und auf Wunsch mit Konkurrenzprodukten verglichen. Aus all dem lassen sich notwenige und passende Ajustierungen entwickeln.

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2 comments to Heute ein Muss: Das Online Monitoring über Gerede im Web

  • Sehr geehrter Frau Schüller,

    Herzliche Dank für ihren wie immer informativen Blog-Beitrag. Zu meiner Frage… kennen Sie Studien oder haben Sie Anhaltspunkte dafür wie viele Kundenkontakte es im Schnitt bis zur Kaufentscheidung braucht. Evtl. sogar nach unterschiedlichen Branchen/ Produktkategorien?

    Herzlichen Dank
    Patrick FRITZ

  • schueller

    Danke Herr Fritz.

    Die Schweizer Firma Accelerom hat mal eine Studie dazu gemacht. Demnach braucht es im Schnitt 17 Touchpoints für eine Kaufentscheidung. Aber im Einzelfall und je nach Branche ist das natürlich sehr verschieden.

    Anne Schüller