Gastbeitrag von Silke Loers (2/2): Wie finde ich die besten Mitarbeiter und meine Wunschkunden in Social Media? – Best Practice Beispiele

Silke LoersIm letzten Blogbeitrag hat Silke Loers über die Grundlagen und den Einstieg in Social Media geschrieben, hier kommt Teil 2.

„Die Basis für Social Media, also ein kollegiales Miteinander und damit ein Raum für einen offenen, hierarchieunabhängigen Wissensaustausch ist nun geschaffen. Das langfristige Ziel muss eine Vertrauenskultur sein, in der die Mitarbeiter angeregt werden, sich einzubringen, Meinungen und Vorschläge offen zu äußern und in der ihre Beiträge respektiert werden.

Wenn alle Grundlagenarbeit erledigt ist, kann der Startschuss erfolgen. Die Social Media Kanäle werden eingerichtet, das verantwortliche Team im Unternehmen startet. Alle Beteiligten sind sehr gut vorbereitet und wissen, was sie tun. In regelmäßigen Abständen sollten diese Grundlagen, also die Social Media Strategie, überprüft und an eventuelle neue Anforderungen angepasst werden.

Ein wichtiger Punkt im täglichen Umgang ist, das sich Unternehmen bei allem, was sie in Social Media tun, die Frage stellen, ob sie den Mehrwert bieten können und die Inhalte liefern, die der Zielgruppe schmecken. Schließlich wollen die potentiellen Kunden und Mitarbeiter informativ, interaktiv und mit interessanten Themen „angelockt“ werden.

Social Media braucht Herz und Verstand…

Eines sollten Unternehmen bei alldem nicht vergessen: Ein begeisterndes Engagement im Social Web funktioniert nur mit viel Herzblut. Es kommunizieren nicht Unternehmen sondern Menschen miteinander, mit allen Empfindlichkeiten und Bedürfnissen. Da kann es auch schon mal zu menschlichen Reaktionen aller Art kommen. Es ist eben immer das geschriebene Wort und das ist je nach eigener Empfindung interpretierbar.

Diese Reaktionen können dann sowohl positiv als auch negativ sein. Der berüchtigte „Shitstorm“ kann sich daraus entwickeln. Das ist aber nur der kleinste Teil der Reaktionen. Wichtig hierbei ist, dass Unternehmen verstehen, das in Social Media der zeitnahe Kontakt, Transparenz und Ehrlichkeit wichtig sind. Unternehmen sollten bewusst in den Dialog eintreten und sich nicht vor den Reaktionen scheuen. Soziale Netzwerke leben vom Dialog.

Nicht der Nabel der Welt…

Was wollen Menschen im Social Web nun über Unternehmen erfahren? Fans interessieren vor allem Aspekte wie Informationen über das Unternehmen, die Produkte, aber auch Karrieremöglichkeiten, Stellenangebote, Neuigkeiten, Events und tolle Aktionen. Sie suchen den direkten Kontakt zu Personalverantwortlichen und Kundenservice.

Das kann aber je Unternehmen auch ganz unterschiedlich sein, also kann ein Unternehmen ihre Fans fragen, woran sie interessiert sind. Hier ist wieder Interaktion das Stichwort.

Social Media Verantwortliche sollten sich zudem regelmäßig intern zu ihrer gesamten Kommunikation in den sozialen Netzwerken immer wieder von den Mitarbeitern aus anderen Abteilungen oder externen Personen Feedback holen. So erhalten sie neue Perspektiven und Ideen, an die Sie vielleicht nicht gedacht haben.

Hierzu kann man beispielsweise auch Bewerber und neu eingestellte Mitarbeiter fragen, welche Kanäle sie am meisten angesprochen haben und was sie besonders angesprochen haben.

Best Practice Beispiele in Social Media

Um es gleich vorweg zu nehmen, Social Media funktioniert nicht nur B2C, nein, auch B2B-Unternehmen haben sich in den letzten Jahren sehr erfolgreich aufgestellt. Wichtig ist, wie und womit die jeweilige Zielgruppe angesprochen wird.

Eins ist klar, es stecken auch hier Menschen hinter den Unternehmen, die miteinander kommunizieren. Erfolgreiche Unternehmen lassen in Social Media ihre Mitarbeiter und Kunden zu Wort kommen, stellen die Menschen hinter der Marke vor.

Sie zeigen sich als Arbeitgeber, ihre Tätigkeiten im Unternehmen, aber auch, was sie für Kunden tun und geben Tipps für ihre Fans. Gerade im B2B-Bereich sind die Mitarbeitergewinnung und der Aufbau von Vertrauen ein nicht zu unterschätzender Punkt.

Einfach gut gemacht…

Wo sind sie nun die guten Beispiele? Ein beliebtes, immer wieder zitiertes Best Practice Beispiel im B2B-Bereich ist die Krones AG, ein Hersteller von Getränkeabfüllautomaten. Krones ist in Social Media ein echter Vorreiter. Sie schaffen, mit Bildern oder Videos die trockene Thematik einer Produktion im B2B-Sektor abwechslungsreich zu präsentieren.

Die gesamte Chronik des Unternehmens ist optisch ansprechend in Social Media hinterlegt. Krones ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen der Produktion und den Jobs in anderen Bereichen, wie zum Beispiel auch der Buchhaltung.

Jeder kann durch Stories und Bilder die Mitarbeiter des Großkonzerns kennenlernen. Neben dem Krones Blog mit interessanten Informationen wird über einen Azubi-Blog beispielsweise Jugendlichen gezeigt, welche täglichen Aufgaben sie bei einer Ausbildung erwarten. Die gesamte Kommunikation ist authentisch, offen und vermittelt ein sympathisches Bild als regionaler Arbeitgeber genau so wie als kompetenter Geschäftspartner. Sie sind in allen Netzwerken vertreten.

Krones hat es geschafft, dass sie sich zukünftig keine Sorgen um qualifiziertes Personal und Nachwuchs machen müssen, obwohl sie sich an einem eher unattraktiven Standort befinden. Das bleibt natürlich nur so, wenn sie ihre Aktivitäten konsequent weiterführen.

Ein Malermeister unterwegs…

Ein weiteres Beispiel ist Maler Heyse aus Hannover. In Social Media berichtet der Handwerksmeister (sie investieren täglich ca. 4 Stunden) über seine Wunschkunden und seine Arbeit. Neben dem eigenen Blog, der Hauptschaltzentrale, nutzen sie sowohl Facebook, als auch Google+, in Twitter geben sie viele Tipps und Tricks und ziehen damit die Fans auf den Blog. Für einen Malermeister ist natürlich Pinterest eine wunderbare Plattform, weil sie hier über Bilder Emotionen erreichen.

Es werden nicht nur Bilder von den Baustellen, Videos vom morgendlichen Start, aber auch Beiträge zu Social Media allgemein gepostet. Über Social Media wollen sie die besten Fachkräfte für ihr Unternehmen erreichen, eine extrem gute Marke am Markt etablieren und als qualitativ hoher Anbieter wahrgenommen werden. Dieses Ziel erreichen sie durch ihre gesamten Aktivitäten und inzwischen schlägt sich Social Media durch eine höhere Sichtbarkeit auch positiv auf den Umsatz nieder.

Begonnen hat die Social Media Aktivitäten der Chef Matthias Schultze selbst, heute hat er ein Team installiert, damit alle Maßnahmen ausgeführt werden können und die Kanäle gut gefüllt werden. Maler Heyse sagt: „Social Media im Handwerk ist nachhaltig und sinnvoll“. Wenn man aber nicht heute damit anfängt, ist der Zug abgefahren und die Wettbewerber stecken die Erfolge ein.

..und noch mehr…

Weitere gute Beispiele sind auch unter bekannten und großen Marken zu finden. So präsentiert sich Daimler als Unternehmen und Arbeitgeber in ihrem Corporate Blog bereits seit 2007: Daimler – Einblicke in einen Konzern. Der Name ist Programm. Hier geht es somit vor allem um Einblicke in das „Leben im Konzern“ und um den Dialog mit interessierten Leserinnen und Lesern. Das Blog wird in erster Linie von Daimler-Mitarbeitern geschrieben. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns. Sie berichten über ihre Arbeits- aber auch ihre Lebenswelten.

Tchibo lässt sich im Blog von anderen Bloggern unterstützen, die dann zum Beispiel eine neue Kaffeemaschine testen oder Designer, die neue Produkte in einem Wettbewerb kreieren.

Die Deutsche Bahn und die Telekom haben ihre Service-Kanäle sehr gut ausgebaut und interagieren zeitnah mit Kunden. Aber auch im Azubi-Bereich ist die Telekom stark mit sehr guten Ideen und eigenem Blog vertreten.

Als letztes Beispiel möchte ich Immobilien-Scout24 erwähnen, die derzeit auf Facebook Fotos und Beiträge zeigen, wie ihre Mitarbeiter selbst zuhause wohnen. So entsteht sehr viel Nähe zu den Fans.“

Viele weitere Beispiele gibt es übrigens auch in meinem Buch Touchpoints.

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