Gastbeitrag von Holger Lietz: Mit QR-Codes den Konsumentenkontakt intensivieren

6-Heineken-Personal-QR-CodesDas Social Web 2.0 und der stetig steigende Internet-Zugriff durch Smartphones und Tablet-PCs erhöhen in einem atemberaubenden Tempo die möglichen Kontaktpunkte mit den Konsumenten. Gleichzeitig bieten sich durch technische Gadgets auch neue Optionen, Kundenkontakte zu intensivieren. Eine Chance unter vielen sind QR-Codes, die nach einfacher Installation eines QR-Code Scanners auf mobilen Endgeräten eingelesen werden können. Holger Lietz, Speaker, Dozent und Experte für Marketingtrends, zeigt in diesem Beitrag, worauf es dabei ankommt.

„Smartphone-Zombies, so weit das Auge reicht: an Bus- und Straßenbahnhaltestellen oder am Flughafen-Gate. Mittlerweile zieren QR-Codes unmotiviert sogar Suppendosen, Einweg-Flaschen und im Miniformat auch viele Plakate. Aus welcher Motivation heraus sollte man hier sein Smartphone zücken und den Code scannen?

So wie sie im Augenblick größtenteils eingesetzt werden, ist es ein verlorener Kontaktpunkt. QR-Codes sind wenig effizient, wenn sie nicht den zentralen Mittelpunkt der Kommunikation bilden, nicht inszeniert werden und in keinem Bezug zu einem Konsumenten-Bedürfnis stehen.

Schauen wir uns einmal das mögliche Potenzial für QR-Codes an: Das Smartphone dominiert mittlerweile unseren Alltag. Stoisch wird zu jedem Zeitpunkt auf dem Smartphone beim Warten gedaddelt – das Smartphone wird zur multimedialen Zigarettenpause. Warum nutzen wir dann nicht QR-Codes, um unsere Werbebotschaften zu intensivieren?

Dann muss man sie jedoch so inszenieren, dass sie Neugier oder Interesse erzeugen oder so in die Consumer Experience Journey einweben, dass sie eine Kommunikations- oder Informationslücke füllen. Am besten ist die Kombination aus beidem. 46 Prozent aller Nutzer, die QR-Codes scannen, sind auf der Suche nach mehr Informationen, 28 Prozent weil sie neugierig sind.

Fehler im QR-Getriebe

Ein QR-Code sollte auf eine mobil-optimierte Webseite verlinken. Kein Nutzer hat Lust, sich durch eine web-optimierte Internet-Seite auf seinem Smartphone zu quälen. QR-Codes in U-Bahn Stationen ohne Netz oder auf Plakaten an Hauptverkehrsstraßen bringen ebenfalls herzlich wenig.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man anhält und den Code einliest oder sein Smartphone aus dem offenen Seitenfenster seines Autos bei 80 km/h hält und versucht den QR-Code einzuscannen (unabhängig davon, dass es technisch auch noch nicht möglich ist).

QR-Codes in Inflight-Magazinen sind auch ambitioniert. Erstens besteht während des Fluges keine Netzverbindung und zweitens, wer nimmt schon das Inflight-Magazin einer Fluggesellschaft mit? Ich kenne übrigens keinen.

Den Vogel schießen grundsätzlich die Werbetreibenden ab, die QR-Codes in E-Mails versenden. Wenn ich schon an meinem Computer sitze, dann kann ich direkt auf einen Link klicken und wie, bitteschön, scanne ich einen QR-Code in einer E-Mail auf meinem Smartphone? Mit einem zweiten Smartphone?

Die Grundvoraussetzungen müssen stimmen

Wer QR-Codes effizient einsetzen will, sollte die drei Grundvoraussetzungen beachten:

1. QR-Codes müssen Mittelpunkt der Kommunikation sein, damit Neugier oder Interesse besteht, sie zu scannen.
2. Der QR-Code sollte auf eine mobil-optimierte Webseite verlinken.
3. Es sollten relevante Inhalte oder Incentives (Angebote, mobile Gutscheine oder Rabatte) auf der angesteuerten Webseite vorliegen.

Beispiele, wo QR-Codes sehr gut eingesetzt wurden

Seat: Eine interessante Print-Anzeigen-Inszenierung eines QR-Codes, die auch zeigt, dass er optisch angepasst werden kann. Der QR-Code führte zu versteckten Features auf der Seat-Website.

Angry Birds: Ähnlich auch die Anzeige für Angry Birds, die die Downloads des Spiels steigern sollte. Der QR-Code führte direkt zum Download im AppleStore.

Emart, Süd-Koreas größter Einzelhändler, entwarf einen 3-D Schatten QR-Code, der nur zwischen 12:00h und 13:00h im korrekten Winkel sicht- und scannbar war. Wer ihn scannte, bekam Sonderangebote oder Gutscheine. Zielsetzung war, den Umsatz in der einkaufsschwächsten Zeit des Tages zu erhöhen. Die Aktion brachte 25% mehr Umsatz.

Heineken machte Menschen zu QR-Code Trägern. Während eines Musik-Festivals hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihren eigenen QR-Code mit persönlichen Daten zu versehen. Einmal auf die Kleidung aufgeklebt, konnte jeder Namen und Präferenzen des anderen scannen. Sicherlich ein Icebreaker beim Kennenlernen.“

Und hier noch der Klassiker Tesco: Mobil-Shoppen der täglichen Dinge mit Home-Delivery durch Tesco in Süd Korea, ein Erfolgsmodell, das den Anbieter zur Nummer 1 im Lande machte und inzwischen von vielen Anderen aufgegriffen wurde:

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