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Gastbeitrag von Felix Beilharz: Warum Ihr Unternehmen eine Social Media Strategie braucht – und wie Sie eine erstellen

Etwa jedes zweite Unternehmen in Deutschland ist bereits im Social Web aktiv. In den Marketingabteilungen wird gebloggt, getwittert, gepostet und geshared, was die Tastatur hergibt. Mit welchem Erfolg? Tja, da wird es dann schon schwierig. Denn nur zehn Prozent der Unternehmen betreibt Social Media Monitoring, beobachtet also, was über sie und ihre Themen im Social Web geschrieben wird.

Noch schlimmer: Nur zwei Prozent haben Kennzahlen definiert, die eine Erfolgsauswertung möglich machen. Da kommt ‚Social Media Management‘, das neue Buch von Felix Beilharz [1], gerade recht. Hierin beschreibt er ausführlich und praxisnah, wie Marketing und PR im Unternehmen socialmediatauglich werden. In diesem Beitrag gibt er uns einen Überblick.

Social Media Zielerreichung

„Im Rahmen der Social Media Strategie werden die Ziele erreicht, die Sie mit Ihrem Unternehmen im Social Web erreichen wollen. Geht es Ihnen darum, neue Kunden zu gewinnen oder neue Zielgruppen zu erreichen? Wollen Sie Ihre Bestandskunden an Ihr Unternehmen binden? Oder die Servicequalität verbessern? Ihre Marken bekannter machen oder Kontakte zu Medienvertretern knüpfen? Erreichbar sind prinzipiell all diese Ziele, aber jedes bedarf einer anderen Vorgehensweise. Darüber können Sie jedoch nur entscheiden, wenn Sie zu Beginn Klarheit über Ihre Ziele geschaffen haben.

Unterstützung der Gesamtstrategie

Das Social Media Engagement steht nicht im luftleeren Raum, sondern soll die gesamte Unternehmens- und Marketingstrategie unterstützen. Daher ist es wichtig, zu erarbeiten, welche Anknüpfungspunkte sich ergeben: Welche Marketingaktivitäten lassen sich im Social Web verlängern? Welche Restriktionen ergeben sich aus der Unternehmensstrategie? Und wo bestehen mögliche Chancen und Risiken für die Social Media Kommunikation?

Kennzahlen zur Erfolgsmessung

Die Social Media Strategie dient auch dazu, Kennzahlen und Möglichkeiten der Erfolgsmessung zu definieren. Nur wenn anfangs klare Ziele definiert wurden, kann auch die Erreichung dieser Ziele gemessen werden .Damit lassen sich Fragen beantworten nach dem Erfolg der einzelnen Maßnahmen, nach den erfolgreichsten Kanälen und nach einer zukünftig besseren Verteilung des Budgets.

Der Weg in 7 Schritten

Wie können Sie jetzt konkret vorgehen, wenn Sie eine Social Media Strategie aufbauen wollen? Im Folgenden finden Sie eine kompakte Vorgehensweise, die Sie beim Erstellen Ihrer persönlichen Strategie beachten können.

1. Analyse

Wie ist die Ist-Situation im Unternehmen? Bestehen bereits Social Media Kanäle und erste Erfahrungen? Wenn ja, was kann zukünftig besser gemacht werden?
Welche Ressourcen bestehen im Unternehmen? Ist Budget und Arbeitskraft vorhanden, um aktiv im Social Web aufzutreten? Wie sieht es mit dem erforderlichen Know-how aus?
Was machen die Wettbewerber? Welche Kanäle werden genutzt und mit welchem Erfolg? Was können Sie von der Konkurrenz lernen, was können Sie besser machen?

2. Ziele

Was möchten Sie mit Ihrem Social Media-Engagement erreichen? Definieren Sie sich klare, messbare und zeitlich festgelegte Ziele, die sich in Ihre sonstigen Unternehmensziele einfügen.

3. Zielgruppen

Wen möchten Sie im Social Web ansprechen? Nutzen diese Gruppen überhaupt Social Media-Kanäle? Wenn ja, welche Vorlieben haben sie dort? Welche Inhalte kommen gut an? Und wie aktiv sind die Nutzer (eher passiv-rezipierend oder eher aktiv-beitragend?)?

4. Kanäle

Welche Kanäle bieten sich für die Erreichung der Ziele und die Ansprache der Zielgruppen an? Welche Kanäle passen zum Image? Und welche lassen sich mit vertretbaren Kosten sinnvoll bespielen? Neben den großen Netzwerken wie Facebook und YouTube können hier durchaus auch kleinere Nischen-Netzwerke eine Rolle spielen.

5. Content

Welche Inhalte können Sie in den Social Media Kanälen verbreiten? Was würde die Fans und Follower wirklich interessieren? Welchen Content können nur Sie bieten? Erstellen Sie einen groben Redaktionsplan für die ersten sechs Monate und klären Sie Themen, Frequenzen und Zuständigkeiten.

6. Erfolgsmessung

Wie können Sie die Ergebnisse Ihrer Aktivitäten messen? Welche Kennzahlen bieten sich hierfür an? Welche Tools sollten Sie hierfür einsetzen? Neben den kanaleigenen Messmöglichkeiten sollten Sie auch externe Tools nutzen, die eine weitergehende Erfolgsmessung ermöglichen.

7. Langfristiges Engagement

Letztendlich sollten Sie sich die Frage stellen, wie Sie aus den Facebook-Fans, Twitter-Followern oder YouTube-Zuschauern nachhaltige Kontakt generieren. Wie können Sie die Interaktivität nach einer Kampagne oder Aktion aufrecht erhalten? Wie können Sie die Kontakte auch in andere Kanäle überführen? Und vor allem: Wie schaffen Sie es, die Kontakte in Ihr CRM-System, Ihre Newsletter-Datenbank oder Ihr Shop-System zu überführen? Hier kommt das Thema Social CRM ins Spiel, das zukünftig eine immer wichtigere Rolle spielen wird.

Diese Eckpunkte helfen Ihnen, eine Social Media Strategie zu entwickeln. Wichtig ist, dass die Strategie in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten Abteilungen oder Personen ausgearbeitet wird. Erarbeiten Sie daher die Inhalte in gemeinsamen Workshops und holen Sie sich gegebenenfalls externe Hilfe dazu.“

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