Für Sie gelesen: Über das weibliche Jahrhundert

‚Das 21. Jahrhundert ist weiblich: Über die Freiheit, die Frau zu sein, die Sie sein wollen‘ – so titelt Susanne Kleinhenz, Leiterin eines Trainingszentrums im Finanzdienstleistungsbereich.

Ein sehr kluges Buch. Auf einfühlsame und humorvolle Weise zeigt die Autorin, was Frauen tun können, um sich selbst besser zu verstehen und selbstbewusster zu werden. Dazu nutzt sie die archetypischen Frauenfiguren der griechischen Mythologie: Medea, Circe, Aphrodite, die Musen, Psyche, Artemis, Pallas Athene und die Amazonen.

Übertragen in die heutige Zeit zeigen diese Heldinnen, wie weibliche Strategien in einem sich wandelnden Umfeld in Beruf und Privatleben gelingen können. Eine Vielzahl praktischer Übungen und Checklisten rundet das Buch ab.

Es zeigt: Am Anfang war die Welt geprägt vom weiblichen Prinzip. Alle Kulturen hatten hochverehrte Muttergöttinnen, so wie die Griechen die Gaia. Sogar in der Urfassung der Bibel gab es die Frau als dem Mann gleichberechtigte, selbstbewusste, freiheitsliebende, wilde Frau: Lilith. Erst in der zweiten Fassung, von der Kirche favorisiert, tauchte dann die unterwürfige, schuldbeladene Eva auf.

Nicht nur die Frauen, auch die Männer haben, so die Autorin, Vorteile im nahenden weiblichen Jahrhundert: Ein Zeitalter, in dem man weniger kämpfen muss – und damit auch weniger zerstört. Ein Zeitalter von Kooperation statt Konfrontation. Ein Zeitalter des Miteinanders, das Emotionalität zulässt und (hoffentlich!) weniger Leid bringt.

Klar wird: In unserer immer noch stark männerdominierten Businesswelt gibt es zwei Bremsen, die verhindern, dass eine Frau die Beste sein kann, die in ihr steckt:

  • Die Hirnarchitektur der (Alpha-)Männer, für die eine Frau ‚Beta‘ ist – oder einfach nur ‚Beute‘. Ein Frauenbild aufzugeben, das längst der Vergangenheit angehört, das wäre oftmals der notwendige erste Schritt.
  • Die Frauen selbst, die sich – ebenfalls gesteuert durch Neurobiologie – oft weniger zutrauen als sie können. Aus ihrem ‚inneren Gefängnis‘ herauszukommen, das wäre oftmals der notwendige erste Schritt.
  • Eines ist sicher: Um heute und auch noch morgen und übermorgen wirtschaftlich erfolgreich zu sein, ist beides vonnöten: Das Beste der Frau und das Beste des Mannes.

    Übrigens hat die Autorin ein zweites, ähnliches Buch geschrieben: ‚Der Mann im weiblichen Jahrhundert: Was Männer und Frauen voneinander lernen können‘. Darin wird anhand griechischer Helden das männliche Prinzip erklärt. Das hört sich ebenfalls sehr spannend an.

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    2 comments to Für Sie gelesen: Über das weibliche Jahrhundert

    • Gott sei Dank übernehmen jetzt endlich die Frauen mehr und mehr das Ruder.
      Ich glaube auch daran, das dieses 21. Jahrhundert der Frau gehört.
      Wir Männer haben nun schon seit Tausenden von Jahren das Ruder in der Hand gehabt. Und nicht wirklich sehr viel positives für die Menschheit als Ganzes kreiert. Ich denke nur daran, dass im 20. Jahrhundert zwischen 160-180 Millionen Menschen von anderen Menschen in Kriegen getötet wurden – das ist übrigens die Annahme der Harvard University.
      Es ist an der Zeit, dass wir lernen und die weibliche Energie nutzen und in unser Bewusstsein bringen und ausleben.

    • schueller

      Schönen Dank für Ihren Beitrag, Herr Pertl.

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