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Für Sie gelesen: „Professionelle Intelligenz“ von Gunter Dueck

Gunter Dueck [1] zählt ganz klar zu meinen Lieblingsautoren. Ich mag seine eigenwillige Denke, seine unverkennbare Sprache und die Inbrunst, mit der er seine Thesen vertritt. Er hat ja auch das Vorwort zu meinem Buch „Touchpoints [2]“ geschrieben. Und alle seine Bücher schickt er mir zu. Das ist schön.

In Professionelle Intelligenz, seinem 250-Seiten-Werk aus 2011, geht es um die Arbeitswelt von heute und morgen, und welche neue Rolle die Menschen darin spielen (müssen). Reines Fachwissen wird immer unbedeutender, denn es steht für jeden leicht auffindbar im Web. Routineaufgaben werden inzwischen von Computern automatisch erledigt, weshalb es immer weniger um das reine Abarbeiten von Aufgaben geht.

Selbst Serviceleistungen werden zunehmend industrialisiert. Unternehmen, ihre Manager und Mitarbeiter haben diese sich stetig wandelnden Prozesse zu steuern und die individuellen Probleme ihrer Kunden zu lösen. Deshalb stehen unternehmerisch denkende und handelnde Persönlichkeiten auf allen Ebenen immer stärker im Vordergrund. Unpros, also Unprofessionelle, finden sich hingegen ganz schnell am unteren Ende und im Niedriglohnbereich wieder.

Um in den Premiumbereich der Arbeitswelt zu gelangen, brauchen Marktteilnehmer viele verschiedene Intelligenzen, die zusammengenommen unsere Professionelle Intelligenz ausmachen, sagt der Autor. Diese Teilintelligenzen sind folgende:

IQ – Intelligenz des Verstandes: für Methoden, Planung, Controlling, Verwaltung
EQ – Emotionale Intelligenz des Herzens: für Kommunikation und Zusammenarbeit
VQ – Vitale Intelligenz des Handelns: für Führung und Durchsetzungsvermögen
AQ – Intelligenz für Sinnlichkeit und Attraktion: für instinktive Lust und Freude
CQ – Kreative Intelligenz: für Kunst, Forschung, Technologie und Innovation
MQ – Intelligenz der Sinngebung (das M steht dabei für meaningful)

Diese Intelligenzen sind in uns allen enthalten, doch sie werden uns in den heutigen Bildungssystemen, in denen es nach wie vor um Drill und Anpassung geht, abtrainiert. Mit kümmerlichen Resten dieser Intelligenzen kommen wir dann in den Unternehmen an.

Dort glaubt man leider immer noch an die X-Menschen aus der XY-Theorie von Douglas McGregor, seinerzeit Managementprofessor am MIT: X-Menschen seien grundsätzlich faul und müssten via „Command and Control“ zur Arbeit getrieben werden. In Wirklichkeit und von Natur aus sind wir – zumindest die allermeisten von uns – aber Y-Menschen, also grundsätzlich engagiert. Erst in der Mühle der Unternehmen werden wir zu X-Menschen gemacht. Dueck unterstreicht diese Theorie und fordert am Ende den P-Typen, also den mit professioneller Intelligenz.

Seine Theorie P: „Der Mensch möchte wirksam sein und etwas vollbringen, auf das er stolz sein kann. Er arbeitet gern in Gemeinschaft mit anderen und trägt fruchtbar zum Ganzen bei. Er fühlt sich als Quelle positiver Kraft, die er für das Ganze, andere und sich selbst einsetzt. Er übernimmt die Verantwortung für sein Handeln und strebt professionelle Ergebnisse seiner Arbeit an. Er bemüht sich um die Professionalität anderer und bringt deren Begabungen zum Erblühen. Er weitet seine eigenen Horizonte und Fähigkeiten stetig aus. Er ist ein immer größeres Zentrum des Gelingens in einer Welt allgemeiner Prosperität.“

Da kann ich mich nur leidenschaftlich und vehement anschließen.

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