Für Sie gelesen: „Die kaputte Elite“ von Benedikt Herles

HerlesVieles läuft schief in den Führungsetagen der Unternehmen, das ist Fakt. Meine treuen Leser wissen, dass ich darüber oft genug schreibe, hier im Blog, und in meinen Büchern natürlich auch. Mein Schwerpunkt liegt allerdings darauf, wie man es besser machen kann.

Ganz anders Benedikt Herles, Jahrgang 1984, ein promovierter Volks- und Betriebswirt, ein reumütiger Spieler im Wanderzirkus der jungen Wirtschaftselite. Er hat sich aus dem Tretrad der internationalen Unternehmensberatungen herauskatapultiert und eine Art Abrechnung mit der von ihm selbst erlebten Businesswelt geschrieben.

In seinem Büchlein „Die kaputte Elite“ berichtet er auf 160 Seiten von selbstgefälligen Business Schools, von verantwortungslosen Technokraten, von angepassten Führungskräften und den überteuerten Schubladenkonzepten namhafter Beratungsfirmen.

Benedikt Herles schreibt frech und plakativ, sicher hie und da überzeichnend, aber auch warnend. Sein Blick hinter die Kulissen ist hart und schonungslos. Die gängigen Wirtschaftssysteme aus falschen Werten und bedenklichen Methoden prangert er gnadenlos an. Hier seine Thesen:

• Die Wirtschaft steckt in der Krise
• Das BWL-Studium ist Hirnwäsche
• Die ökonomische Wissenschaft hat sich verirrt
• Nachwuchs wird gefügig gemacht
• Technokraten denken nicht unternehmerisch
• Falsche Methoden schaden der Gesellschaft
• Uniformität ist gefährlich
• Ein Wandel ist möglich

So ganz nebenbei lernen wir das Vokabular der Beraterszene kennen, auch schon mal gerne Bullshit-Bingo genannt. Hauptsächlich aber hält der Autor ein leidenschaftliches Plädoyer für mehr Menschlichkeit, Kreativität und Mut in unseren Unternehmen. Wie das konkret gehen soll, darüber schreibt er allerdings kaum.

Dennoch: Jedem Wirtschaftsverantwortlichen kann dieser „Schadensbericht aus unseren Chefetagen“ als aufrüttelnde Analyse dienen. Und dann heißt es, selbstkritisch in den Spiegel zu schauen und sein Gewissen zu fragen, ob man wirklich, wirklich das Richtige tut.

Und da, wo es dringend notwendig ist, mag der eine oder andere (hoffentlich) auch die letzten Worte dieses Werkes befolgen: „Abspringen lohnt sich. Für uns alle.“

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