Equal Pay Day: Frauenhirne funktionieren anders

Heute ist Equal Pay Day in Deutschland. Frauen sollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen. Logisch, sagt der gesunde Menschenverstand. Doch die Realität sieht immer noch ganz anders aus. Woran das liegt? An der unterschiedlichen männlichen und weiblichen Hirnarchitektur.

Auch wenn tradierte Geschlechts- und Rollenidentitäten längst überholt zu sein scheinen, die tiefer liegenden Strukturen unseres Oberstübchens tun sich damit recht schwer. Denn jahrmillionenalte Neuroprogramme sind selbst beim besten Willen nur mühsam umzuschreiben. Viele Arbeits- und Bewertungsschritte des limbischen Systems sind, so die Hirnforscher, unserem Bewusstsein und damit unserer Kontrolle nämlich völlig entzogen.

Der kleine Unterschied

Frauen sind hirnstrukturell mehr auf ‚erhalten statt notfalls zerstören‘ und auf ‚Konsens statt Konfrontation‘ programmiert. Doch leider: Wer auf dem ‚Schlachtfeld der Wirtschaft‘ eher defensiv anstatt offensiv reagiert, hat offensichtlich weniger gewagt und deshalb nach männlichen Regeln auch weniger Lorbeeren verdient. ‚Weicheier‘ sind eben nur zweite Wahl. Für ein typisches Alphamann-Hirn ist – wenn auch subliminal – eine Frau einfach nur Beta. Und wer in der Hackordnung weiter unten steht, bekommt auch weniger ab. Geringerer Lohn bei gleicher Arbeit ist nur ein sichtbares Zeichen dafür.

Und wie erklärt sich das alles? Neurochemische Gemenge-Situationen, hormonelle Treiber und Botenstoffe sorgen beim Mann für eine vermehrte Leistungsmotivierung, bei Frauen hingegen stehen Sozialmotive eher im Vordergrund. Während sich Männer im Allgemeinen verstärkt mit Instrumenten, Strukturen und Prozessen, also mit Macht und Kontrolle befassen, wollen Frauen vornehmlich wissen: Wie geht es den Menschen dabei? Deshalb hat gerade das Thema Gerechtigkeit für sie einen hohen Stellenwert.

Weibliche Hirne

Frauen sind in aller Regel auch schlechtere Selbstdarstellerinnen, und das kommt so: In bedrohlichen Situationen wird – ohne dass dies beeinflusst werden kann – bei Frauen ein Hormoncocktail ausgeschüttet, der ängstlich macht und daran hindert, dominant aufzutreten. Natürlich müssen sich viel mehr Frauen viel, viel lauter zu Wort melden und vehement auf ihre Rechte pochen. Doch bei gegebener Hirnarchitektur ist das schwer genug.

Darüber hinaus sind bei Frauen die für Zweifel zuständigen Zentren im Hirn länger aktiv. So machen sie sich eher Sorgen, sehen Gefahren an jeder Ecke lauern – und ihre eigene Leistung kritisch. Und Sie suchen die Schuld bei sich, Männer hingegen suchen sie bei anderen. Außerdem halten Verstimmungen bei Frauen länger an als bei Männern. Deshalb helfen ein paar Affirmationen und lautes Tschaka-Geschrei auch nicht weiter. Selbst wenn selbsternannte Gurus das geschäftstüchtig gerne behaupten. So einfach lässt sich die Hirnarchitektur eben nicht manipulieren.

Frauenpower

Frauen sollen sich nicht verbiegen müssen, um ‚oben‘ ankommen zu können, sondern Strukturen müssen so verändert werden, dass sie ihre spezifischen Talente einbringen können. Denn ganz ohne Zweifel: Nur wenn Männer und Frauen ihr Bestes in die wirtschaftliche Entwicklung einpowern können, ist diese Welt zu retten. Mehr Frauen in Top-Positionen können und müssen den Unternehmen helfen, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Das evolutionäre Trainingsprogramm hat ihre Intuition besser entwickelt, das Leben in der Gemeinschaft hat ihre soziale Kompetenz, ihre Kooperationsfähigkeit und ihre Kommunikationstalente geschult, dem beschleunigten Wandel begegnen sie mit höherer Flexibilität, der Zugang zu ihren Gefühlen ist nie verloren gegangen. Solches Können ist zunehmend gefragt. Und es muss Raum dafür geben. Denn genau das wird in einer sich vernetzenden Welt am meisten gebraucht.

Und damit man mal sieht, wie weit wir Frauen schon gekommen sind, hier ein Video aus den 50er Jahren (gefunden bei Roland Kopp-Wichmann):

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