Für Sie gelesen: Culture Counts

Diversity heißt das Schlagwort in Unternehmen, wenn es um ein gelingendes Zusammenwirken der verschiedenen Nationalitäten, Kulturen, Generationen und Geschlechter geht. Die beiden Herausgeber Peter Felixberger und Michael Gleich nehmen zu diesem Thema ebenso Stellung wie verschiedene Gastautoren und Interviewpartner.

In einer sich globalisierenden Wirtschaft geht es nicht ohne Diversity. Die Angst vor dem Fremden zu besiegen und das Beste aus einer multikulturellen Vielfach zu machen, das wird zunehmend die Aufgabe von Unternehmen und Management sein, so die Autoren.

Einige Gedanken aus dem Buch: Statt jeder gegen jeden heißt es jetzt: jeder mit jedem. … Die Globos, also die Weltenbürger, sind das Potenzial der Zukunft. … Ohne Chaos gibt es keine Evolution. … Es wird Zeit, dass Frauen in die Vorstandsetagen kommen. … Die Angst vor dem Fremden hat immer auch mit der Angst vor dem Fremden in sich selbst zu tun.

In meinen jungen Jahren war es noch außergewöhnlich, ein Globo zu sein – bereichernd, aber auch schwierig. Ich habe um die 80 Länder bereist und 6 Jahre im Ausland gelebt. Als ich mit Anfang 30 nach Deutschland zurückkam, musste ich trotz Studium, mit interkulturellen Erfahrungen ohne Ende im Gepäck und 4 Fremdsprachen fließend nochmal ganz von vorne anfangen: als kleine Telefonverkäuferin. Denn damals mussten die Lebensläufe noch glattgebürstet sein – inzwischen schätzt man sie in den Personalabteilungen auch quer.

Wobei es die Querdenker in vielen Unternehmen auch heute noch unglaublich schwer haben. Ob das einer der Gründe ist, weshalb sie sich bei Xing so schnell zusammengetan haben: Der Querdenker-Club ist die am schnellsten wachsende Gruppe dort.

Und dann das Thema Frauen. Nicht nur in den Führungsetagen sollten sie endlich ankommen, sondern auch in den Medien. Es ist erschütternd, zu sehen, wie selten sie in den relevaten Wirtschafts- und Fachtiteln zu Wort kommen. Experten, gerne als Gurus und Päpste tituliert, sind fast immer nur männlich.

Manchmal mache ich mir den Spaß und rechne das den Chefredakteuren vor. Die Reaktionen gehen von fassungslos über erstaunt bis beleidigt. Ein einziger Chefredakteur aus der Schweiz hat darauf bislang positiv reagiert.

Hier zur Illustration die kürzliche die Reaktion eines Journalisten auf einen Leserbrief, den ich auf seinen sehr einseitig formulierten Beitrag hin geschrieben habe, in dem es um die Benachteiligung der Jungen gegenüber Mädchen in Schule, Uni und Beruf ging:

Meine – zugegeben provokant formulierte – Mail:

„Ich habe mal die Köpfe in Ihrer Zeitschrift nachgezählt: 31 Männerköpfe, 2 Frauenköpfe. Frau Padberg, mit der man sich ja wohl nur schmücken will, die Kuh und die leichtbekleideten Damen auf den Seiten 56-57 (typisch!) habe ich dabei weggelassen.“

(Zur Erläuterung: auf Seite 56-57 ging es um ein Event, bei dem besagte leicht bekleidete Damen tanzend auftraten, davon gab es jede Menge Fotos)

Seine Antwort:

„Ich habe mal die Köpfe, die Ihre 4 bei amazon.de gelisteten Bücher illustrieren, nachgezählt: Alles Männerköpfe; die Quoten-Tussi, die von einem Mann nach oben gezogen werden muss, weil sie es aus eigener Kraft nicht packt (typisch!) auf dem Cover von ‚Kundennähe in der Chefetage’ habe ich dabei weggelassen. Noch Fragen?

Na, was halten Sie von einem solchen Beitrag? Kein Bezug zum Inhalt? Unsachlich? Völlig daneben? Genau! Und deshalb würde ich sowas auch nicht von mir geben. Aber ich bin ja auch keine Managementberaterin.

Apropos: Dass Sie die „leichtbekleideten Damen auf den Seiten 56-57“, wie Sie schreiben, nicht als die selbstständigen Unternehmerinnen erkennen, die sie sind, sagt einiges über Ihren (ideologisch eingeschränkten?) Blickwinkel aus. Tut aber auch nichts zur Sache. Managementberaterinnen beraten ja schließlich angestellte, vollkasko-versicherte und haftungsbefreite Manager/-innen und keine selbstständigen, persönlich haftenden Unternehmer/-innen. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?“

(Zur Erläuterung: Beim Cover von Kundennähe in der Chefetage zieht die Dame den Herrn aus seiner Elfenbeinturm-Chefetage zu sich auf Augenhöhe – eben im Sinne von Kundennähe)
—–
Hier geht’s zur Bestellung des Buchs.

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